{"id":3563,"date":"2019-11-22T08:31:25","date_gmt":"2019-11-22T07:31:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/?p=3563"},"modified":"2019-11-22T08:31:26","modified_gmt":"2019-11-22T07:31:26","slug":"sonaten-in-c-moll","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2019\/11\/22\/sonaten-in-c-moll\/","title":{"rendered":"Sonaten in c-Moll"},"content":{"rendered":"\n<p>ATM CD 001<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/N0162.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3564\" width=\"281\" height=\"281\" srcset=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/N0162.jpg 200w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/N0162-150x150.jpg 150w\" sizes=\"(max-width: 281px) 100vw, 281px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><em>\u201eReflections in C minor\u201c hei\u00dft\ndie in Eigenproduktion entstandene Debut-CD des Duos Antima bestehend aus der\nGeigerin Anna Antipova und der Pianistin Tsarina Marinkova Krajn\u010dan. Der\nphysische Release war im Oktober diesen Jahres, mittlerweile ist die Platte\nauch digital erh\u00e4ltlich. Auf dem Programm steht die Dritte Violinsonate op. 45\nvon Edvard Grieg, die Siebte Violinsonate op. 30\/2 von Ludwig van Beethoven\nsowie das Scherzo c-Moll der F.A.E.-Sonate aus der Feder von Johannes Brahms.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Das\nslowenische Duo Antima macht mit einem Programm dreier wohlbekannter Sonaten\nauf sich aufmerksam und wagt so direkt mit dem Debutalbum den Schritt, in\nKonkurrenz mit s\u00e4mtlichen namhaften Geigern und Pianisten zu treten, welche diese\nStandartwerke ebenso eingespielt haben. Dies ist umso beeindruckender, als die\nbeiden zugunsten gr\u00f6\u00dferer Spannungsb\u00f6gen auf \u00fcberm\u00e4\u00dfige Schnitte verzichten und\nnicht alle Unsauberkeiten bereinigt haben \u2013 was dem nat\u00fcrlichen Musikerlebnis\nentgegenkommt, daf\u00fcr von Seiten der Kritik sicherlich nicht \u00fcberall positiv\naufgenommen wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Energiegeladen\nund mit unverbrauchter Frische gehen die beiden Musikerinnen an die drei\nSonaten (beziehungsweise zwei Sonaten und einen Sonatensatz) heran und bringen\nneuen Schwung in die sonst oft nur pflichtbewusst gespielten Werke. Was in\nGriegs c-Moll-Sonate manchmal noch unruhig und gehetzt wirkt, entfaltet sich\nbei Beethoven und noch mehr bei Brahms zu elektrisierendem Knistern. <\/p>\n\n\n\n<p>Bei\nGrieg gelingt vor allem das st\u00e4ndige Wechselspiel zwischen den Instrumenten: Tsarina\nMarinkova Krajn\u010dan und Anna\nAntipova stimmen den Klang ihrer Instrumente pr\u00e4zise aufeinander ab und bilden\ndie charakteristische Tongebung des Gegen\u00fcbers so genau wie m\u00f6glich nach, um\neine klangliche Einheit zu bilden. Mehr Gelassenheit h\u00e4tte man sich in den\nersten beiden S\u00e4tzen gew\u00fcnscht: Der Kopfsatz ger\u00e4t rascher, als die komplexe\nRhythmik vertr\u00e4gt, und auch der Mittelsatz erh\u00e4lt nicht die notwendige Ruhe, um\ndie Cantilene der Romanze schweben zu lassen oder den Volkstanz im Mittelteil\ngen\u00fcgend Bodenst\u00e4ndigkeit zu verleihen. Hier h\u00e4tten die Musikerinnen die\nHerrlichkeit des Moments noch mehr genie\u00dfen k\u00f6nnen. Am \u00fcberzeugendsten ger\u00e4t\ndas Finale mit rasenden Tremolobewegungen und erneuten Wechselspiel-Effekten. Krajn\u010dans\ntechnische F\u00e4higkeiten in den rasenden Spr\u00fcngen und oktavierten Melodien bestechen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der\nwechselhafte Charakter von Beethovens c-Moll-Violinsonate op. 30\/2 kommt dem\nDuo entgegen und stachelt es zu mitrei\u00dfendem Spiel an. Hier wirkt die zuvor\nnoch teils st\u00f6rende Unruhe bezaubernd: die pulsierenden Unterstimmen treiben\nund begehren auf, ohne Rast schleift uns die Musik von einem Erlebnis zum n\u00e4chsten.\nErst im Adagio d\u00fcrfen wir uns kurz erholen, bis erneut die Unterstimmen\nbeginnen, die Besinnlichkeit zu unterminieren. Umfassende Spannungsb\u00f6gen\ngelingen in den letzten beiden S\u00e4tzen der Sonate, besonders im Scherzo mit der\neleganten Tonrepetition, die sich immer weiter steigert. Brahms meistert Krajn\u010dan\ng\u00e4nzlich ohne H\u00e4rte und Antipova kann ihren brillanten Ton ihres Instruments\nvoll zur Geltung bringen, der von erstaunlicher Sch\u00f6nheit ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Es\nist dem Duo sehr zu w\u00fcnschen, bald auch CDs bei gr\u00f6\u00dferen Labels zu produzieren,\nin der nicht die Aufnahmetechnik gegen die Instrumente wirkt und daf\u00fcr die\nMusik mehr Menschen zug\u00e4nglich sein wird.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>[Oliver Fraenzke, November 2019]<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ATM CD 001 \u201eReflections in C minor\u201c hei\u00dft die in Eigenproduktion entstandene Debut-CD des Duos Antima bestehend aus der Geigerin Anna Antipova und der Pianistin Tsarina Marinkova Krajn\u010dan. Der physische Release war im Oktober diesen Jahres, mittlerweile ist die Platte auch digital erh\u00e4ltlich. 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