{"id":3623,"date":"2019-12-27T21:26:09","date_gmt":"2019-12-27T20:26:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/?p=3623"},"modified":"2020-01-19T20:53:11","modified_gmt":"2020-01-19T19:53:11","slug":"neue-wege-einschlagen-ohne-aus-einer-alten-kirche-eine-disco-zu-machen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2019\/12\/27\/neue-wege-einschlagen-ohne-aus-einer-alten-kirche-eine-disco-zu-machen\/","title":{"rendered":"\u201eNeue Wege einschlagen, ohne aus einer alten Kirche eine Disco zu machen&#8230;\u201c"},"content":{"rendered":"\n<p>Im Gespr\u00e4ch mit dem Viola-Spieler Atilla Aldemir<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/N0173.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3625\" width=\"286\" height=\"258\" srcset=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/N0173.jpg 600w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/N0173-300x271.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 286px) 100vw, 286px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Atilla Aldemir kam als Sp\u00e4tberufener zur Viola \u2013 oder ist\nes zutreffender, zu sagen: Die Viola hat ihn gefunden? Auf einem\nStreichinstrument die Mittellage zu entdecken hat bei ihm etwas mit \u201esich\nselbst erfinden\u201c zu tun. Seine neue Doppel-CD vereint Meisterwerke aus\nWesteuropa mit aktuellen t\u00fcrkischen Kompositionen. Vor allem Sp\u00e4twerke hatten\nes ihm bei der Auswahl angetan, da sich gerade hier die emotionale Reife b\u00fcndelt.\nMit der emotionalen Reife geht eine spirituelle Dimension einher. Stefan Pieper\ntraf den umtriebigen Vollprofi in der lauschigen Kantine des Berliner\nKonzerthauses. Diese Spielst\u00e4tte und ihr Orchester waren f\u00fcr ihn von 2013 bis\n2017 k\u00fcnstlerische Heimat, bevor er seine Stelle als Solobratscher im\nMDR-Sinfonieorchester antrat.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Das Interview f\u00fchrte Stefan Pieper<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Herr Aldemir, Sie sind im schnelllebigen Probenalltag\neines Rundfunksinfonieorchesters gefordert, musizieren im Duo mit ihrem\nPianisten Itamar Golan &#8211;&nbsp; und morgen\ngeben Sie ein Konzert mit einem t\u00fcrkischen Kemence-Spieler, wo Jazz und\nKunstmusik aufeinander treffen. Wie geht das alles bei Ihnen zusammen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es hat mir immer schon gefallen, das sinfonische und das\nsolistische Leben zu kombinieren. Abwechselnd mit internationalen Dirigenten\nund Solisten zu arbeiten, bereichert meine k\u00fcnstlerische Arbeit und tut der sch\u00f6pferischen Produktivit\u00e4t sehr gut.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sie haben erst vor einigen Jahren \u00fcberhaupt angefangen,\nBratsche zu spielen und sind jetzt schon Solospieler beim MDR. Wie erkl\u00e4rt sich\ndiese rasante Entwicklung?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich kann auf diesem Instrument eine besondere Beseeltheit zum Ausdruck bringen. Eine ma\u00dfgebliche Anregung dazu habe ich durch meinen damaligen Mentor Matthias Maurer bekommen. Er war mein Bratschenprofessor und ehemaliger Solobratschist des Concertgebouw-Orchesters. Au\u00dferdem hatte ich das Gl\u00fcck, zwei hervorragende Instrumente zu finden. Zum einen eine Zanetti Pellegrino, sie stammt aus dem Jahr 1560 und ist von der Gr\u00f6\u00dfe her fast ein Mini-Cello. Die zweite Bratsche ist ein ganz neues Instrument, gebaut 2016 vom Geigenbauer Alexandre Breton und fast 500 Jahre j\u00fcnger. Beide haben sehr unterschiedliche Qualit\u00e4ten, die ich nicht missen m\u00f6chte. Ich bin seitdem Feuer und Flamme, mir viel Repertoire anzueignen bzw. dieses \u00fcberhaupt erst f\u00fcr die Bratsche zu erschlie\u00dfen. Neben den St\u00fccken f\u00fcr die neue CD haben es mir die Solo-Violinsonaten von Johann Sebastian Bach besonders angetan.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Geiger gibt es endlos viele, Bratschisten ja schon\ndeutlich weniger. Reizt Sie auch eine gewisse Befreiung von zu viel \u201eKonkurrenz\u201c?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich empfinde mich als Streich-Instrumentalist, dem es in\nerster Linie darum geht, Musik zu machen, egal ob auf der Geige oder auf der\nBratsche. Ich habe einige Zeit in Wien gelebt, wo ich wichtige Impulse von\nmeiner \u203aGeigenmutter\u2039 Barbara G\u00f3rzy\u0144ska erhielt. Ihr Mann, Matthias Maurer\nerkannte mein Potential und hat mich dazu ermutigt, mich als eigentlicher Geiger\nebenso der Bratsche zuzuwenden. Auf der Bratsche ist es noch einfacher, einen\ndeutlich erkennbaren Wiedererkennungsfaktor herauszuh\u00f6ren. Auch bei den ganz ber\u00fchmten\nSpielerinnen und Spielern ist es so. Dar\u00fcber hinaus empfinde ich den Klang der\nBratsche als beseelter, so dass ich mich damit als K\u00fcnstler noch besser\nidentifizieren kann und daher meine eigene Signatur f\u00fcr die H\u00f6rer noch klarer\nerkennbar wird. Ich bin nun seit April 2017 Solobratschist beim\nMDR-Sinfonieorchester in Leipzig und m\u00f6chte zuk\u00fcnftig auch in meinen\nsolistischen T\u00e4tigkeiten den Fokus auf die Bratsche legen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Verraten Sie mir einige grunds\u00e4tzliche Unterschiede\nzwischen den beiden Streichinstrumenten!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Als Geiger denkt man oft, je schneller und lauter, desto\nbesser. Diesem sportlichen Aspekt setzt die Bratsche eine andere Dimension\nentgegen: Der Klang ist einfach tiefer und oft auch eigenst\u00e4ndiger. Auch geht\nes nicht so sehr um Tempo auf der Bratsche, denn f\u00fcr alles braucht es viel mehr\nBogenkontrolle. Die Bogentechnik ist wesentlich schwieriger w\u00fcrde ich sagen.\nGenerell geht es mir nicht um irgend welchen Ehrgeiz, der beste sein zu wollen.\nIch m\u00f6chte einfach auf der B\u00fchne\nsein und Musik machen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sie haben beim MDR Sinfonieorchester unter Kristian J\u00e4rvis\nLeitung gespielt. Wie haben Sie diese Zeit erlebt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>J\u00e4rvis Mut zu kreativen Programmen hat mich ma\u00dfgeblich zu\nmeinen aktuellen Projekten inspiriert. Ich habe hier eine neue Art der\nInterpretation kennen gelernt. Sie ist wenig konventionell, daf\u00fcr eher kompakt.\nJ\u00e4rvi bricht gerne Tabus, aber gerade das kommt gut an! Genau diese Denkweise\nlebt auf der neuen CD fort: Warum soll man nicht etwas machen, wenn es doch\nSpa\u00df macht? Deswegen pr\u00e4sentiere ich neue Arrangements von Kompositionen, die\njetzt zum ersten Mal auf der Bratsche erklingen. Man muss neue Wege einschlagen\n&#8211; aber ohne, dass man aus alten Kirchen eine Disco macht. Denn das w\u00e4re\nScharlatanerie.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Geh<\/strong><strong>\u00f6rt\nes zu Ihrem Wesen, dass Sie sich immer neu erfinden?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe beobachtet, wie Personen oder K\u00fcnstler fr\u00fcher ihre Laufbahn\ngeplant haben. Man bewarb sich, um irgendwo unter zu kommen, lernte f\u00fcrs\nProbespiel das Konzert von Hofmeister oder Stamitz und alles ma\u00df sich daran. F\u00fcr\nmich ist dieser Weg heute zu eingegrenzt. Das musikalische Repertoire ist daf\u00fcr\nviel zu reichhaltig und riesig. Da reicht es mir nicht, einfach nur 40 Jahre\nlang zum Dienst zu gehen. Sie d\u00fcrfen das nicht falsch verstehen: Ich liebe es,\nim Orchester zu musizieren. Vor allem mit Kristjan J\u00e4rvi habe ich viele\nCrossover-Projekte gemacht. Und ich versp\u00fcre auch den starken Drang, mehr aus\nder eigenen Kultur zu machen. In meiner Freizeit h\u00f6re ich unter anderem gern t\u00fcrkische\nKniegeigenmusik. Warum nicht irgendwann mal ein Bratschenkonzert im Stil einer\nKemence komponieren? Wie klingen die Violinsonaten von Bach auf der Viola? Oder\nSchumanns Violinkonzert? Ich w\u00fcrde all diese Neuerungen gerne f\u00fcr mich\nentdecken und dann dem Publikum zug\u00e4nglich machen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Erz\u00e4hlen Sie, wie das Programm entstand! Sie erweitern ja\ndas Spektrum durch t\u00fcrkische Komponisten&#8230;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Necil Kazim Akses geh\u00f6rte zu dem sogenannten \u201et\u00fcrkischen F\u00fcnfer\u201c und mich hat die Sch\u00f6nheit dieser Musik immer schon\nfasziniert. Ich h\u00f6re im Capriccioso f\u00fcr Solo-Bratsche von\nAkses viel Begeisterung f\u00fcr den Komponisten Enescu heraus. Auch zu\nBartok gibt es Parallelen, denn Akses hat Bartok bei Recherchen in Anatolien\nbegleitet \u2013 zugleich war er Mitarbeiter von Paul Hindemith. Ebenso ist er tief\nin der t\u00fcrkischen Kultur verwurzelt. Es kommt nicht von ungef\u00e4hr, dass ich hier\nden Sound der orientalischen L\u00e4ngsfl\u00f6te Ney nachempfinde.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was f\u00fcr eine zeitlose Botschaft steckt in dieser Musik?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Da ist ein ganzer Ozean, ein echtes Meer drin. Und so viel\nLiebe, ebenso viel Klage und so viel Wehm\u00fctiges. All das ist doch fantastisch f\u00fcr\nden Bratschenklang. Dieser kann auch diese typische Bambusfl\u00f6te gut nachempfinden. Der will sagen:\nErkenne, was f\u00fcr Dich Glaube ist und bringe dies zum Ausdruck. Und damit liegt\ndiese Musik auf derselben geistigen Ebene wie Bach.&nbsp; <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Der Sufismus ist eine friedliche Geisteshaltung und eben\nkeine Herrschaftsideologie, die sich der Religion bedient. Es geht viel um\nAchtsamkeit. Liegt Halit Turgays St\u00fcck \u201eTroja\u201c auf einer \u00e4hnlichen Wellenl\u00e4nge?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das St\u00fcck f\u00fcr\nSolobratsche, das der t\u00fcrkische Komponist, Fl\u00f6tist und Professor am Konservatorium in Ankara f\u00fcr mich geschrieben\nhat, ist ein Lamento, das von virtuos-furiosen Ausbr\u00fcchen durchbrochen wird.\nIch habe es im Sommer 2018 in Burhaniye\/\u00d6ren an der \u00c4g\u00e4isk\u00fcste uraufgef\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Turgay hatte beim Komponieren jene S\u00f6ldner im Sinn, die im Kampf um die nach Troja entf\u00fchrte Helena fielen. Sowohl melodisch wie rhythmisch ist das Werk tief in Kleinasien verwurzelt. Die&nbsp; sich verdichtenden Pizzicato-Passage lassen hier an das Spiel der Oud denken. \u201eHellas \u2026 Hier begann alles und hier wird alles enden.\u201c Dieses von Mevlana, dem im Westen unter dem Namen Rumi bekannten Begr\u00fcnder des Sufismus \u00fcberlieferte Wort f\u00e4llt mir zu diesem St\u00fcck ein. Ich wollte hier aber etwas aufnehmen, das intuitiv komponiert ist und nicht verkopft mit einer sch\u00f6ngeistigen Haltung im Kern. Auch bei Turgay habe ich das Gef\u00fchl, er komponiert eben das, was ihm Spa\u00df macht. Mich reizen keine Komponisten, die nur eine bessere Technik pr\u00e4sentieren wollen. Konkret geht es hier um Krieg und um Liebe.&nbsp; <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Darum, das Liebe den Krieg besiegt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Liebe und Tragik sind gleichberechtigt vorhanden. Viel\nmorbide Trauer kommt hier lautmalerisch zum Ausdruck, wenn direkt am Steg\ngespielt wird.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Warum haben Sie Henri Vieuxtemps Capriccio als Finale\ndieser CD ausgew\u00e4hlt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Dieses St\u00fcck ist der Grund, warum ich zur Bratsche gefunden\nhabe. Das St\u00fcck ist so virtuos und dramatisch. Als ich es geh\u00f6rt habe, habe ich mich in die Bratsche\nverliebt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>In welcher Relation stehen diese \u201e<\/strong><strong>Repertoire\u201c-Entdeckungen zu den bekannten\nMeisterwerken dieser CD?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich wollte hier einen inneren Zusammenhang herstellen.\nSchostakowitschs Werk wollte ich schon lange mal aufnehmen und hatte jetzt das\nGef\u00fchl, dass die Zeit daf\u00fcr reif ist. Von diesem Ausgangspunkt suchte ich\nandere Meisterwerke als Gegengewicht.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Schostakowitsch-Sonate widerspiegelt ja sehr\nunmittelbar das Lebensende ihres Sch<\/strong><strong>\u00f6pfers. Sehen Sie hier einen Zusammenhang zum Mevlana-Satz, den Sie\nauf dem Booklet ver<\/strong><strong>\u00f6ffentlichen,\nwo es \u201eStirb in Liebe\u201c hei\u00dft?&nbsp; <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ja, auf jeden Fall. Schostakowitsch bilanziert sein ganzes\nLeben mit wenigen T\u00f6nen.\nDamit eine Auff\u00fchrung dieses St\u00fcckes wirkt, braucht es eine ganz besondere\nHaltung: Wir haben bei der Auff\u00fchrung den Saal verdunkelt, damit die richtige\nStimmung entsteht. Erst dann ist ein hohes Ma\u00df an innerer Einkehr m\u00f6glich. Dieser Satz wird nur sehr\nselten gespielt. Es ist definitiv kein St\u00fcck f\u00fcr einen sch\u00f6nen\nAbschluss im Konzert. Schostakowitsch wei\u00df hier, dass sein Ende nah ist.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Sonate von Johannes Brahms und Cesar Francks ber\u00fchmte\nA-Dur-Sonate sind Sp\u00e4<\/strong><strong>twerke.\nWas f\u00fcr eine Faszination geht gerade aus diesem reifen Lebensabschnitt\nhervor?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In der sp\u00e4ten Brahms-Sonate b\u00fcndelt sich so viel\nAusdrucksreife. Es ist mir ein Anliegen, dies so zu spielen, dass hier die\nganze Emotion, diese ganze Liebe und Melancholie zum Leben erwacht. Meine\nBrahms-Affinit\u00e4t hat sich ma\u00dfgeblich w\u00e4hrend der neun Jahre, in denen ich in\nWien lebte, entwickelt. Auf dieser CD schl\u00e4gt Brahms dann auch wieder eine\ninnere Br\u00fccke zu den t\u00fcrkischen Komponisten, zur Kultur meines Heimatlandes.\nDenn auch in der T\u00fcrkei spricht man sehr viel \u00fcber die Liebe und r\u00e4umt solchen\nEmotionen viel Gewicht ein. Cesar Francks Sonate b\u00fcndelt ebenfalls viel\nLeidenschaft, die hier aus einem gelebten Leben hervor geht. Sie entstand\ngerade einmal zwei Jahre vor dem Tod des Komponisten. Er hat diese Sonate als\nHochzeitgeschenk f\u00fcr Eugene Ysaye geschrieben. Ich finde \u00fcbrigens, die Sonate\nbekommt auf der Bratsche noch mehr Gewicht und Tiefe als auf der Geige.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie gestalteten sich die Aufnahmen mit Ihrem Klavierpartner\nItamar Golan?&nbsp; <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wir haben f\u00fcnf Tage gearbeitet, von morgens bis tief in die\nNacht. Wir haben nur gespielt und so gut wie nie dar\u00fcber gesprochen. Vor allem\ndas macht die Musik so authentisch. Sobald man alles zerredet und die Noten mit\nBleistift-Anmerkungen vollkritzelt, geht die Spontaneit\u00e4t verloren. Das war auf\nAnhieb Konsens zwischen Itamar und mir. Er ist unglaublich schnell und erfasst\nalles sofort. Umfassender kann ein musikalisches Verst\u00e4ndnis kaum sein. Und\nnat\u00fcrlich f\u00fchle ich mich sehr\ngeehrt, dass ich einen so prominenten Klavierpartner f\u00fcr dieses Projekt\ngefunden habe.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sch<\/strong><strong>\u00f6n,\ndass die CD so attraktiv geworden ist. Auch der von Ihnen verfasste\nBooklet-Text ist sehr bereichernd. Zugleich gibt es viele Major-Labels, die\nihre Aufnahmen nur noch als Download herausbringen und \u00fcberall wird lamentiert,\ndass die CD tot sei. Wie bewerten Sie selbst die Zukunft des physischen Tontr\u00e4<\/strong><strong>gers?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Aus eigener Erfahrung sehe ich keine Bedenken, was die\nNachfrage nach physischen CDs betrifft. Nach jedem Konzert erlebe ich beim\nPublikum eine sehr gro\u00dfe Nachfrage nach CDs. Die Menschen sind erf\u00fcllt und m\u00f6chten einfach die Begeisterung mit\nnach Hause nehmen. Als es noch keine Aufnahmen von mir gab, wurde ich immer\nwieder danach gefragt. Das Publikum hatte so etwas vermisst. Vor allem die\naktuelle CD f\u00fcllt hier eine wichtige L\u00fccke.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Gespr\u00e4ch mit dem Viola-Spieler Atilla Aldemir Atilla Aldemir kam als Sp\u00e4tberufener zur Viola \u2013 oder ist es zutreffender, zu sagen: Die Viola hat ihn gefunden? Auf einem Streichinstrument die Mittellage zu entdecken hat bei ihm etwas mit \u201esich selbst erfinden\u201c zu tun. Seine neue Doppel-CD vereint Meisterwerke aus Westeuropa mit aktuellen t\u00fcrkischen Kompositionen. 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