{"id":3658,"date":"2020-01-17T14:30:56","date_gmt":"2020-01-17T13:30:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/?p=3658"},"modified":"2020-01-17T14:31:03","modified_gmt":"2020-01-17T13:31:03","slug":"ein-lob-auf-die-leichtigkeit","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2020\/01\/17\/ein-lob-auf-die-leichtigkeit\/","title":{"rendered":"Ein Lob auf die Leichtigkeit"},"content":{"rendered":"\n<p>Musikproduktion Dabringhaus und Grimm, MDG 903 2152-6; EAN: 7 60623 21526-6<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/N0181.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3659\" width=\"305\" height=\"305\" srcset=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/N0181.jpg 600w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/N0181-300x300.jpg 300w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/N0181-150x150.jpg 150w\" sizes=\"(max-width: 305px) 100vw, 305px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Das Ensemble\nConfoederatio spielt Werke f\u00fcr Holzbl\u00e4ser und Klavier von Francis Poulenc. Das\nProgramm beginnt mit dem Sextett f\u00fcr Fl\u00f6te, Oboe, Klarinette, Fagott, Horn und\nKlavier, woraufhin die drei Duosonaten, je eine f\u00fcr Fl\u00f6te, Oboe und Klarinette,\nfolgen. Das Trio f\u00fcr Oboe, Fagott und Klavier rundet die CD ab. An der Fl\u00f6te\nh\u00f6ren wir Rute Fernandes, Maria Sournatcheva spielt die Oboe, S\u00e9rgio Pires die\nKlarinette. Das Horn t\u00f6nt durch Lionel Pointet und das Fagott durch Axel\nBenoit. Am Klavier sitzt Benjamin Engeli.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Im 20. Jahrhundert bl\u00fchte in Frankreich eine unerreichte\nHochkultur an Musik f\u00fcr Holzbl\u00e4ser auf. Als Ende des 19. Jahrhunderts vor allem\ndank Debussy der deutsch-\u00f6sterreichische Einfluss abgelegt wurde, keimte eine\nneue franz\u00f6sische Musik, die sich auf Eleganz und Leichtigkeit berief, kleinere\nFormate bevorzugte, dem Pathos abschwor und auch gef\u00e4llig sein durfte. Der 1899\ngeborene Poulenc wuchs in diese Zeit des Umbruchs hinein und sog den neuen Stil\nauf. So sehr ihn die \u201efranz\u00f6sische Sonate\u201c Debussys begeisterte, so galt seine\nLiebe doch ebenso der Wiener Klassik: und so verband Poulenc die klassische\nAusgewogenheit und ihre Formmodelle mit der Leichtigkeit der neuen\nfranz\u00f6sischen Schule. Heraus kamen kurzweilige, zumeist auch kurze, verspielte\nund scheinbar mit leichter Feder dahingeworfene Werke, die doch streng\ndurchkonzipiert waren und von ihrem selbstkritischen Schaffer oft mehrfach\n\u00fcberarbeitet wurden. Dabei steht die Musik stets in unverkennbarer Handschrift\ngeschrieben, die wir in dieser Aufnahme vom fr\u00fchen Trio und dem Sextett nachvollziehen\nk\u00f6nnen bis hin zu den drei erst in den sp\u00e4ten 1950er- bis 60er-Jahren\nkomponierten Sonaten, welche laut Poulenc \u201ein dem gleichen Topf\u201c gek\u00f6chelt\nwurden.<\/p>\n\n\n\n<p>Von den Musikern wird eine Spielfreude und Leggerezza\ngefordert, gleichsam ein weicher und flexibler Ton, der sich gerade den Farben\nder Holzbl\u00e4ser anschmiegt. Die Musiker des Ensemles Confoederatio bringen genau\ndies auch mit und pr\u00e4sentieren die Musik Poulencs geradezu unbek\u00fcmmert locker. Dies\nzahlt sich vor allem im Sextett aus, wo die einzelnen Stimmen fr\u00f6hlich\ndurcheinanderwuseln, und doch genau definierten Bahnen folgen. Lediglich der\nPianist Benjamin Engeli wirkt teils etwas Passiv in seinem Spiel, hier h\u00e4tte\nich mir mehr Schwung gew\u00fcnscht \u2013 wenngleich nat\u00fcrlich gesagt werden muss, dass\nes gerade das Klavier durch die Anschlagsmechanik schwer hat, mit der\nlebendigen Organik und Vielfarbigkeit eines Holzblasinstruments mitzuhalten,\nzumal in der franz\u00f6sischen Musik. Die Aufnahmetechnik unterst\u00fctzt die Musiker\ndurch dezente D\u00e4mpfung und pr\u00e4zise abgestimmte Distanz zu den Instrumenten.\nWohl dosierte Bl\u00e4sse unterstreicht die Weichheit der Musik und l\u00e4sst die Bl\u00e4ser\nnoch eindringlicher zu Wort kommen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>[Oliver Fraenzke,\nJanuar 2020]<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Musikproduktion Dabringhaus und Grimm, MDG 903 2152-6; EAN: 7 60623 21526-6 Das Ensemble Confoederatio spielt Werke f\u00fcr Holzbl\u00e4ser und Klavier von Francis Poulenc. 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