{"id":3698,"date":"2020-02-10T15:22:01","date_gmt":"2020-02-10T14:22:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/?p=3698"},"modified":"2020-02-10T15:22:05","modified_gmt":"2020-02-10T14:22:05","slug":"ein-lob-auf-die-leichtigkeit-2","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2020\/02\/10\/ein-lob-auf-die-leichtigkeit-2\/","title":{"rendered":"Ein Lob auf die Leichtigkeit"},"content":{"rendered":"\n<p>Musikproduktion Dabringhaus und Grimm, MDG 903 2152-6; EAN: 7 60623 21526-6<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/N0189.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3699\" width=\"301\" height=\"301\" srcset=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/N0189.jpg 600w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/N0189-300x300.jpg 300w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/N0189-150x150.jpg 150w\" sizes=\"(max-width: 301px) 100vw, 301px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Das Ensemble\nConfoederatio spielt Werke f\u00fcr Holzbl\u00e4ser und Klavier von Francis Poulenc. Das\nProgramm beginnt mit dem Sextett f\u00fcr Fl\u00f6te, Oboe, Klarinette, Fagott, Horn und\nKlavier, woraufhin die drei Duosonaten \u2013 je eine f\u00fcr Fl\u00f6te, Oboe und Klarinette\n\u2013 folgen. Das Trio f\u00fcr Oboe, Fagott und Klavier rundet die CD ab. An der Fl\u00f6te\nh\u00f6ren wir Rute Fernandes, Maria Sournatcheva spielt die Oboe, S\u00e9rgio Pires die\nKlarinette. Das Horn t\u00f6nt durch Lionel Pointet und das Fagott durch Axel\nBenoit. Am Klavier sitzt Benjamin Engeli.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Im 20. Jahrhundert bl\u00fchte in Frankreich eine unerreichte\nHochkultur an Musik f\u00fcr Holzbl\u00e4ser auf. Als Ende des 19. Jahrhunderts vor allem\ndank Debussy der deutsch-\u00f6sterreichische Einfluss abgelegt wurde, keimte eine\nneue franz\u00f6sische Musik, die sich auf Eleganz und Leichtigkeit berief, kleinere\nFormate bevorzugte, dem Pathos abschwor und mitunter sogar gef\u00e4llig sein\ndurfte. Der 1899 geborene Poulenc wuchs in diese Zeit des Umbruchs hinein und\nsog den neuen Stil auf. So sehr ihn die \u201efranz\u00f6sische Sonate\u201c Debussys\nbegeisterte, so galt seine Liebe doch ebenso der Wiener Klassik: entsprechend verband\nPoulenc die klassische Ausgewogenheit und ihre Formmodelle mit der Leichtigkeit\nder neuen franz\u00f6sischen Schule. Heraus kamen kurzweilige, zumeist auch kurze,\nverspielte und scheinbar mit leichter Feder dahingeworfene Werke, die doch\nstreng durchkonzipiert waren und von ihrem selbstkritischen Schaffer oft\nmehrfach \u00fcberarbeitet wurden. Dabei steht die Musik stets in unverkennbarer\nHandschrift geschrieben, die wir in dieser Aufnahme vom fr\u00fchen Trio und dem\nSextett nachvollziehen k\u00f6nnen bis hin zu den drei erst in den sp\u00e4ten 1950er-\nbis 60er-Jahren komponierten Sonaten, welche laut Poulenc \u201ein dem gleichen\nTopf\u201c gek\u00f6chelt wurden.<\/p>\n\n\n\n<p>Von den Musikern wird eine Spielfreude und Leggerezza\ngefordert, gleichsam ein weicher und flexibler Ton, der sich gerade den Farben\nder Holzbl\u00e4ser anschmiegt. Die Musiker des Ensembles Confoederatio bringen\ngenau dies auch mit und pr\u00e4sentieren die Musik Poulencs geradezu unbek\u00fcmmert\nlocker. Dies zahlt sich vor allem im Sextett aus, wo die einzelnen Stimmen\nfr\u00f6hlich durcheinanderwuseln, und doch genau definierten Bahnen folgen.\nLediglich der Pianist Benjamin Engeli wirkt teils etwas Passiv in seinem Spiel,\nhier h\u00e4tte ich mir mehr Schwung gew\u00fcnscht \u2013 wenngleich nat\u00fcrlich gesagt werden\nmuss, dass es gerade das Klavier durch die Anschlagsmechanik schwer hat, mit\nder lebendigen Organik und Vielfarbigkeit eines Holzblasinstruments\nmitzuhalten, zumal in der franz\u00f6sischen Musik. Die Aufnahmetechnik unterst\u00fctzt\ndie Musiker durch dezente D\u00e4mpfung und pr\u00e4zise abgestimmte Distanz zu den\nInstrumenten. Wohl dosierte Bl\u00e4sse unterstreicht die Weichheit der Musik und\nl\u00e4sst die Bl\u00e4ser noch eindringlicher zu Wort kommen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>[Oliver Fraenzke, Februar\n2020]<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Musikproduktion Dabringhaus und Grimm, MDG 903 2152-6; EAN: 7 60623 21526-6 Das Ensemble Confoederatio spielt Werke f\u00fcr Holzbl\u00e4ser und Klavier von Francis Poulenc. Das Programm beginnt mit dem Sextett f\u00fcr Fl\u00f6te, Oboe, Klarinette, Fagott, Horn und Klavier, woraufhin die drei Duosonaten \u2013 je eine f\u00fcr Fl\u00f6te, Oboe und Klarinette \u2013 folgen. 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