{"id":3735,"date":"2020-03-14T17:31:26","date_gmt":"2020-03-14T16:31:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/?p=3735"},"modified":"2020-03-14T17:31:29","modified_gmt":"2020-03-14T16:31:29","slug":"mozart-matinee-mit-beethoven","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2020\/03\/14\/mozart-matinee-mit-beethoven\/","title":{"rendered":"Mozart-Matin\u00e9e mit Beethoven"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"386\" src=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/IMG_2279-scaled-e1584203449828-1024x386.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3737\" srcset=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/IMG_2279-scaled-e1584203449828-1024x386.jpg 1024w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/IMG_2279-scaled-e1584203449828-300x113.jpg 300w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/IMG_2279-scaled-e1584203449828-768x290.jpg 768w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/IMG_2279-scaled-e1584203449828-1536x580.jpg 1536w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/IMG_2279-scaled-e1584203449828-2048x773.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Mit der Ouvert\u00fcre zu Mozarts Oper \u201eIdomeneo\u201c begann die Mozart-Matin\u00e9e am 1.M\u00e4rz 2020\u00a0im M\u00fcnchener Herkulessaal. Der Konzertschluss von Carl Reinecke wird normalerweise dann gespielt, wenn das St\u00fcck konzertant aufgef\u00fchrt wird. Mozart\u00a0selbst hielt \u201eIdomeneo\u201c zeitlebens f\u00fcr seine beste Oper. Mit einem Beginn, der an die sp\u00e4ter entstandene Zauberfl\u00f6ten-Ouvert\u00fcre erinnert, ist es &#8211; allen gutgemeinten Ratschl\u00e4ge des Vaters Leopold zum Trotz &#8211; ein ausgewachsener Geniestreich des 25-J\u00e4hrigen.\u00a0Die auf Beethoven-Orchestergr\u00f6\u00dfe angewachsene\u00a0Kammerphilharmonie begann direkt, mit gelassener Noblesse das Meisterwerk entstehen zu lassen.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Zum\nBeethoven-Jahr erklang dann, trotz Mozart-Matin\u00e9e, das ber\u00fchmte Tripel-Konzert\nop. 56. Es ist in der Klassik einzigartig geblieben als Klaviertrio mit\nOrchester. Das Yoo Trio aus Seoul &#8211; die drei Damen spielen in der Besetzung\nschon lange zusammen &#8211; und die M\u00fcnchner Kammerphilharmonie dacapo machten diese\ndrei S\u00e4tze zum Erlebnis. Beethoven ist&nbsp;und bleibt einer der gr\u00f6\u00dften\nMelodiker. Das Cello-Solo des&nbsp;zweiten Satzes geriet himmlisch. Es ist gut,\ndass diese wunderbare Musik in M\u00fcnchen hoffentlich in diesem Jahr noch \u00f6fter zu\nh\u00f6ren sein wird. Allerdings f\u00e4llt mir immer wieder auf, dass die Rolle der\nGeige &#8211; auch wenn sie so mit Einsatz von Leib und Seele gespielt wird, wie von\nFrau Isul Kim, gegen\u00fcber den beiden anderen Instrumenten doch klanglich\nbenachteiligt wirkt, aber das mag auch an den modernen Instrumenten liegen.\nJedenfalls hat sich Beethoven den Klavierpart&nbsp;sicher selbst auf die Finger\ngeschrieben, \u00fcber mangelnde&nbsp;Virtuosit\u00e4t&nbsp;kann sich die Spielerin nicht\nbeklagen. Das Orchester erf\u00fcllte seinen Part mit gr\u00f6\u00dfter Hingabe und lie\u00df\nwieder einmal erkennen, warum es seit 20 Jahren seinen verdienten Platz im\nM\u00fcnchner Konzertleben hat.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Nach der Pause\nerklang Mozarts Es-Dur Symphonie Nr. 39. Von den drei letzten Symphonien ist\nsie als&nbsp;Mozarts\n\u201eSchwanengesang\u201c&nbsp;die unbekannteste. Allerdings spricht aus\nihr &#8211; vor allem im zweiten, dem langsamen Satz, durchaus Mozarts immer\nunterschwellig vorhandene Melancholie eine sehr deutliche,\nherzbewegende&nbsp;Sprache. Nat\u00fcrlich ist dieses Meisterwerk in allen vier\nS\u00e4tzen erstaunliche Musik, die Franz Schottky ganz und gar uneitel mit den\nMusikern \u201eaus der Taufe hob\u201c. Alle Beteiligten gaben&nbsp;ihr Bestes, um dieser\ng\u00f6ttlichen Musik die Bedeutung zu geben, die sie hat. Und wieder wurde deutlich,\ndass&nbsp;in diesen sehr merkw\u00fcrdigen Zeiten mit allen Hochs und Tiefs, die\nMutter Erde derzeit durchmacht, die Musik eine andere Dimension erlebbar werden\nl\u00e4sst. Und wozu die Musen immer schon da waren: die Reise nach innen, in\ng\u00e4nzlich andere Bereiche,&nbsp;zu begleiten, die vom \u00f6den Tagesgeschehen so\nunendlich weit entfernt sind, und doch so unendlich notwendig f\u00fcr unser\nSeelenheil.<\/p>\n\n\n\n<p>[Ulrich Hermann,\nM\u00e4rz 2020]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit der Ouvert\u00fcre zu Mozarts Oper \u201eIdomeneo\u201c begann die Mozart-Matin\u00e9e am 1.M\u00e4rz 2020\u00a0im M\u00fcnchener Herkulessaal. Der Konzertschluss von Carl Reinecke wird normalerweise dann gespielt, wenn das St\u00fcck konzertant aufgef\u00fchrt wird. Mozart\u00a0selbst hielt \u201eIdomeneo\u201c zeitlebens f\u00fcr seine beste Oper. 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