{"id":3760,"date":"2020-04-07T10:48:19","date_gmt":"2020-04-07T08:48:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/?p=3760"},"modified":"2020-04-07T10:48:22","modified_gmt":"2020-04-07T08:48:22","slug":"anfang-und-ende","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2020\/04\/07\/anfang-und-ende\/","title":{"rendered":"Anfang und Ende"},"content":{"rendered":"\n<p>Capriccio, C5387; EAN: 8 45221 05387 5<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/N0204.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3761\" width=\"290\" height=\"288\" srcset=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/N0204.jpg 600w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/N0204-300x298.jpg 300w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/N0204-150x150.jpg 150w\" sizes=\"(max-width: 290px) 100vw, 290px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Die beiden ausladenden\nKlavierkonzerte von Ernst von Dohn\u00e1nyi machen das Programm der vorliegenden CD\nmit Sofja G\u00fclbadamova als Solistin aus, die bereits das Soloklavierwerk des\nKomponisten f\u00fcr Capriccio aufnahm. Das Erste Konzert op. 5 steht in der Tonart\ne-Moll und wurde 1897-98 komponiert, das Zweite Konzert, in h-Moll, entstammt\ndem Jahr 1947 und tr\u00e4gt die Opusnummer 42.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Ernst von Dohn\u00e1nyis Klavierkonzerte umrahmen sein Schaffen,\nf\u00fcnfzig Jahre trennen die beiden Werke, die er sich selbst auf den Leib schneiderte.\nDas Erste Klavierkonzert e-Moll op. 5 begann er w\u00e4hrend seiner Lehrzeit bei\nEugen d\u2019Albert am Starnberger See, um damit als Solist zu touren. Knapp 50\nMinuten misst das traditionell-romantisch gehaltene Konzert, strotzt dabei im\nvollgriffigen Klaviersatz vor technischen H\u00f6chstschwierigkeiten. Zu Lebzeiten\nDohn\u00e1nyis geh\u00f6rte es zu den h\u00e4ufig programmierten Klavierkonzerten, nicht\nzuletzt dank des eindrucksvollen Klavierparts; insgesamt ist die Anlage\nallerdings recht pr\u00e4tenti\u00f6s bis plakativ. L\u00e4rmend hangelt sich das Konzert von\nH\u00f6hepunkt zu H\u00f6hepunkt, geht verschwenderisch mit gro\u00dfen Tonmengen um und\nverliert sich im \u00dcberma\u00df. Von ganz anderem Kaliber pr\u00e4sentiert sich da das\nsp\u00e4tere Konzert, zwar ebenso ges\u00e4ttigt von pianistischem Blendwerk, was aber\nhier viel mehr der musikalischen Substanz dient und den Themen auch den n\u00f6tigen\nPlatz zur Entfaltung gibt, ohne sie durch immer neue Solopassagen zu ersticken.\nMeisterlich vor allem der Mittelsatz, ein herrliches Variationswerk im Adagio,\ndas grazil aus dem Kopfsatz entspringt.<\/p>\n\n\n\n<p>Staunend steht der H\u00f6rer vor der brillanten Technik Sofja\nG\u00fclbadamovas, die unbeschwert eine H\u00fcrde nach der n\u00e4chsten meistert und dabei\nauch musikalische Substanz offenbart. Pr\u00e4zise und elegant schwingt sie sich in\ndie H\u00f6hen und beleuchtet beide H\u00e4nde gleicherma\u00dfen luzide, verf\u00e4llt zu keiner\nZeit in Starrheit oder verliert den Fokus auf die hinter der Technik stehenden\nMusik. Das Zweite Konzert nehmen auch die Orchestermusiker unter Ariane Matiakh\nfarbenfroh differenziert; im e-Moll-Konzert op. 5 hingegen l\u00e4sst sich das\nOrchester blenden von der Wucht und geht in aller Ruppigkeit mit. Doch gerade\nhier w\u00fcrde ausgeglichenes und abschattiertes Spiel Gewinn bringen, denn die\nUnnachgiebigkeit hebt eine Gewalt in der Partitur hervor, die differenziertes\nSpiel umgehen k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>[Oliver Fraenzke,\nApril 2020]<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Capriccio, C5387; EAN: 8 45221 05387 5 Die beiden ausladenden Klavierkonzerte von Ernst von Dohn\u00e1nyi machen das Programm der vorliegenden CD mit Sofja G\u00fclbadamova als Solistin aus, die bereits das Soloklavierwerk des Komponisten f\u00fcr Capriccio aufnahm. 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