{"id":382,"date":"2016-01-02T21:37:29","date_gmt":"2016-01-02T20:37:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/?p=382"},"modified":"2016-01-02T21:37:51","modified_gmt":"2016-01-02T20:37:51","slug":"meine-cd-des-jahres","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2016\/01\/02\/meine-cd-des-jahres\/","title":{"rendered":"Meine &#8222;CD des Jahres&#8220;"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center\">Julia Lezhneva<br \/>\nAlleluja<br \/>\nIl Giardino Armonico \/ Giovanni Antonini<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Antonio Vivaldi ( 1678-1741)\u00a0\u00a0 Georg Friedrich H\u00e4ndel (1685-1759)<br \/>\nNicola Porpora (1686-1768)\u00a0\u00a0 Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Decca\u00a0 478 5242<br \/>\nISBN: 0 28947 85242<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a href=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/Ulrich0010.jpg\" rel=\"attachment wp-att-384\"><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-384 aligncenter\" src=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/Ulrich0010-297x300.jpg\" alt=\"Ulrich0010\" width=\"297\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/Ulrich0010-297x300.jpg 297w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/Ulrich0010.jpg 455w\" sizes=\"(max-width: 297px) 100vw, 297px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Alleluja (Lobet Jehovah) ist der Titel dieser CD, die f\u00fcr mich eigentlich so etwas wie eine \u201eCD des Jahres\u201c ist, auch wenn sie schon 2013 erschien \u2013 jetzt erst landete sie als Geschenk auf meinem Gabentisch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Um es gleich vorweg zu sagen: So ber\u00fchrend, ergreifend, frohmachend und herzerf\u00fcllend habe ich schon lange keine Sopranistin mehr singen \u2013 besser jubeln \u2013 geh\u00f6rt wie die junge, damals 23-j\u00e4hrige russische Sopranistin aus dem fernen Sachalin. Zusammen mit dem Ensemble \u201eIl Giardino Armonico\u201c unter seinem\u00a0 Leiter Giovanni Antonini gelingt hier eine ungeheuer musikalische Auff\u00fchrung von vier Motetten, die jeweils mit einem \u201eAlleluja\u201c enden. Als erstes eine tieftraurige, melancholisch-dramatische Komposition von Antonio Vivaldi, \u201eIn furore iustissimae irae\u201c, ein eher wenig bekanntes Werk, das in der eindrucksvollen Kombination aus Schnelligkeit und Verhaltenheit \u2013 besonders im zweiten Satz \u2013 die ganze Bandbreite von Antonio Vivaldis Ausdrucksspektrum vorstellt. Es folgt die Motette \u201eSaeviat tellus inter rigores\u201c von Georg Friedrich H\u00e4ndel: auch hier wieder eine gelungene Mixtur aus virtuosen und getragenen Passagen, bei der Julia Lezhneva alle Register ihrer meisterhaften Stimmf\u00fchrung und\u00a0 -beherrschung zeigen kann, allerdings immer im Sinne der Frau Musica und nicht als Ego-Trip wie bei so vielen anderen S\u00e4ngerinnen und S\u00e4ngern.<br \/>\nIhre Stimme ist auch in den bewegtesten Koloraturen leicht, sehr obertonreich, und dabei sp\u00fcrt man, dass sie eben keine M\u00e4dchenstimme hat, sondern trotz ihrer Jugend mit all ihrer Leiblichkeit und K\u00f6rperlichkeit singt. Die hohen T\u00f6ne kommen nicht als abgesetzte \u201eSpitzent\u00f6ne\u201c, sondern im Zusammenhang der B\u00f6gen, zu denen diese entweder hinf\u00fchren oder als deren H\u00f6hepunkt den Abfluss der Linie einleiten. Und all das \u201egetoppt\u201c von einem Jubel-Laut im Singen, der besonders ans Herz r\u00fchrt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Obwohl ich ja sonst eine Lanze breche f\u00fcr die langsamen Tempi, die heute von den allermeisten K\u00fcnstlern nicht ad\u00e4quat erfasst werden \u2013 was sicher auch am vielen \u201e\u00dcben\u201c und am wenigen \u201eNachsinnen\u201c liegt \u2013 bin ich immer wieder \u00fcberrascht, mit welchen Geschwindigkeiten das italienische Ensemble aufwartet. Und zwar nicht nur schnell, sondern dabei eben auch wunderbar phrasierend, allen Ph\u00e4nomenen gerecht werdend, und ebenso schnell vom Bewusstsein und vom Geist her. Mir f\u00e4llt als positives Beispiel immer wieder auch der Jazz-Pianist Cecil Taylor ein, der eben nicht nur rasende Geschwindigkeit zaubert, sondern die n\u00f6tigen geistigen Voraussetzungen f\u00fcr diese Tempi und die dann immer noch unerl\u00e4sslichen und verst\u00e4ndlichen Phrasierungen mitbringt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Dann entstehen wie auf dieser CD Momente des Gl\u00fccks und der Beschwingtheit, die s\u00fcchtig machen k\u00f6nnen. Und zwar bei allen vier St\u00fccken, von denen das von Nicola Porpora einen weniger bekannten, sehr melodi\u00f6sen Komponisten vorstellt.<br \/>\nDass die inzwischen ber\u00fchmte Vivaldi-Aufnahme von Cecilia Bartoli bei der 11- oder12 j\u00e4hrigen Julia den speziellen \u201eKick\u201c ausl\u00f6ste, davon erz\u00e4hlt die junge Russin, aber eben auch von der Zusammenarbeit mit Giovanni Antonini, von der sie sicher umfassend profitierte.<br \/>\nNat\u00fcrlich ist mit \u201eExsultate, iubilate\u201c von Mozart ein besonderes \u201eSchmankerl\u201c an den Schluss dieser au\u00dfergew\u00f6hnlichen Scheibe gesetzt, der auch ein mehrsprachiges Booklet mit allen Motetten-Texten beigef\u00fcgt ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">So k\u00fcre ich mit Dank und Freude diese CD zu meiner \u201eCD des Jahres 2015\u201c und bin gespannt darauf, was wir noch alles von Julia Lezhneva zu h\u00f6ren bekommen werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>[Ulrich Hermann, Dezember 2015]<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Julia Lezhneva Alleluja Il Giardino Armonico \/ Giovanni Antonini Antonio Vivaldi ( 1678-1741)\u00a0\u00a0 Georg Friedrich H\u00e4ndel (1685-1759) Nicola Porpora (1686-1768)\u00a0\u00a0 Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) Decca\u00a0 478 5242 ISBN: 0 28947 85242 Alleluja (Lobet Jehovah) ist der Titel dieser CD, die f\u00fcr mich eigentlich so etwas wie eine \u201eCD des Jahres\u201c ist, auch wenn sie schon &hellip; <a href=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2016\/01\/02\/meine-cd-des-jahres\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Meine &#8222;CD des Jahres&#8220;<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[13],"tags":[367,366,368,370,371,365,369,184],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/382"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=382"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/382\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":386,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/382\/revisions\/386"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=382"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=382"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=382"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}