{"id":4004,"date":"2020-10-18T02:40:00","date_gmt":"2020-10-18T00:40:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/?p=4004"},"modified":"2020-10-17T02:43:51","modified_gmt":"2020-10-17T00:43:51","slug":"fazil-say-als-violinkomponist","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2020\/10\/18\/fazil-say-als-violinkomponist\/","title":{"rendered":"Fazil Say als Violinkomponist"},"content":{"rendered":"\n<p>Naxos, 8.574085; EAN: 7 47313 40857 3<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Say-Violine.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4005\" width=\"332\" height=\"329\" srcset=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Say-Violine.jpg 220w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Say-Violine-150x150.jpg 150w\" sizes=\"(max-width: 332px) 100vw, 332px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Fazil Say pr\u00e4sentiert seine Kompositionen f\u00fcr Violine: Wir h\u00f6ren die beiden Violinsonaten op. 7 und op. 82, Cleopatra f\u00fcr Violine solo op. 34 und das Violinkonzert \u201e1001 N\u00e4chte im Harem\u201c op. 25. Die Violine spielt Friedemann Eichhorn, das Klavier \u00fcbernimmt der Komponist selbst; beim Violinkonzert kommt die Deutsche Radio Philharmonie Saarbr\u00fccken Kaiserslautern unter Leitung von Christoph Eschenbach hinzu.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Man kennt ihn vor allem als Pianisten, m\u00f6glicherweise noch als Schaffer manch einer spritzigen Bearbeitung wie von Mozarts Rondo alla Turca bzw. der klanglichen Eind\u00e4mmung von Ravels Blues aus der Violinsonate durch Arbeit im Klavierkorpus. Nun tritt Say als Komponist in Erscheinung und pr\u00e4sentiert Werke, die er f\u00fcr die Violine schrieb \u2013 teils alleine, teils mit Klavier und einmal mit Orchester.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Kompositionen von Fazil Say entsprechen in etwa dem, was man von ihnen erwartet, wenn man Fazil Say als Pianisten geh\u00f6rt hat. Sie haben etwas Wuchtiges, Robustes und sind ausladendem Effekt nicht abgeneigt. Manch ein Thema bringt orientalischen Charakter in die Musik und wir h\u00f6ren teils die t\u00fcrkischen Vorbilder wie Ahmed Saygun durch. Die Musik entwickelt sich wenig, sondern setzt auf aneinandergereihte Stimmungen, die in sich abgeschlossen erscheinen und nur in Ausnahmef\u00e4llen ineinander \u00fcbergehen. Die einzelnen Bilder erscheinen dabei wirkungsvoll und manch eines rei\u00dft durchaus mit, in der Gesamtheit jedoch wirken die Werke \u00fcber weite Strecken langatmig oder gar statisch. Am gelungensten erscheinen eben die Orientalismen, die vor allem im Violinkonzert packende Energie entfalten. Allgemein darf dieses als st\u00e4rkstes Werk der Einspielung gelten, gefolgt von der zweiten Violinsonate.<\/p>\n\n\n\n<p>Held der Aufnahme ist Friedemann Eichhorn, der sich als feinf\u00fchliger wie anpassungsf\u00e4higer Violinist erweist. Aufmerksam geht er auf seine Partner ein, was sich besonders im Zusammenspiel mit dem Komponisten auszeichnet, da gerade der Kontrast zwischen den beiden Darbietungsweisen gewissen Reiz hat. Sein Spiel strahlt etwas Warmes aus, das einl\u00e4dt zum aktiven Zuh\u00f6ren. Homogenit\u00e4t erleben wir im Violinkonzert, verst\u00e4ndnisvoll ausgefeilt durch Christoph Eschenbach, der den effektgeschw\u00e4ngerten Gestus beibeh\u00e4lt, aber etwas die H\u00e4rte herausnimmt, um dem Orchester einen volumin\u00f6seren und flexibleren Klang zu verleihen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>[Oliver Fraenzke, Oktober 2020]<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Naxos, 8.574085; EAN: 7 47313 40857 3 Fazil Say pr\u00e4sentiert seine Kompositionen f\u00fcr Violine: Wir h\u00f6ren die beiden Violinsonaten op. 7 und op. 82, Cleopatra f\u00fcr Violine solo op. 34 und das Violinkonzert \u201e1001 N\u00e4chte im Harem\u201c op. 25. 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