{"id":4012,"date":"2020-10-24T02:55:00","date_gmt":"2020-10-24T00:55:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/?p=4012"},"modified":"2020-10-17T03:10:02","modified_gmt":"2020-10-17T01:10:02","slug":"schillernde-geschichten","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2020\/10\/24\/schillernde-geschichten\/","title":{"rendered":"Schillernde Geschichten"},"content":{"rendered":"\n<p>Wergo, WER 5127 2; EAN: 4 010228 512724<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Schneider-Flute.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4013\" width=\"427\" height=\"423\" srcset=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Schneider-Flute.jpg 600w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Schneider-Flute-300x298.jpg 300w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Schneider-Flute-150x150.jpg 150w\" sizes=\"(max-width: 427px) 100vw, 427px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Die Musik von Enjott Schneider erz\u00e4hlt Geschichten ohne Worte und ohne dezidiertes Programm, entsprechend nannte er die CD mit seinen Fl\u00f6tenkonzerten \u201eFlute Stories\u201c. Solist des Schlesischen Philharmonischen Symphonieorchesters und des Schlesischen Kammerorchesters ist \u0141ukasz D\u0142ugosz, die Orchester werden geleitet von Miros\u0142aw Jacek B\u0142aszczyk. Auf dem Programm stehen \u201eWater \u2013 Element of Infinity\u201c f\u00fcr zwei Fl\u00f6ten und Orchester, wo Agata Kielar-D\u0142ugosz das zweite Fl\u00f6tensolo \u00fcbernimmt, \u201eWorlds of Tree\u201c f\u00fcr Fl\u00f6te, Streicher und Harfe (Agnieszka Kaczmarek-Bialic spielt die Harfe und Dariusz Zboch das Geigensolo), sowie \u201ePictures of Yang Guifei\u201c f\u00fcr Fl\u00f6te und Symphonieorchester.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Anl\u00e4sslich des 70. Geburtstags des in M\u00fcnchen wirkenden Komponisten Enjott Schneider wurde nicht nur ein Buch der Reihe \u201eKomponisten in Bayern\u201c herausgegeben, sondern auch Wergo bereichert seine eh umfangreiche Diskographie um mehrere Titel. (Geboren wurde der Komponist \u00fcbrigens als Norbert J\u00fcrgen Schneider, sp\u00e4ter \u00e4nderte er seinen Namen in die ausgesprochene Version der Anfangsbuchstaben seiner beiden Vornamen NJ.) Die hier vorliegende CD umfasst drei Fl\u00f6tenkonzerte in unterschiedlichen Konstellationen.<\/p>\n\n\n\n<p>Enjott Schneider ist ein Polystilist, der sich frei in den musikalischen Wortsch\u00e4tzen s\u00e4mtlicher Gattungen und Epochen bedienen kann und dies ausnutzt. Dabei beh\u00e4lt seine Musik durchweg schillernden Farbenreichtum, Anmut und Sch\u00f6nheit. Bekannt wurde Schneider durch sein Wirken als Filmmusikkomponist, k\u00fcnstlerisch ist dies aber nur die Spitze des Eisberges, welches sein Schaffen darstellt: auch fernab der filmtypischen Klangelemente kann er sich genuin ausdr\u00fccken. Die auf \u201eFlute Stories\u201c zu h\u00f6renden Werke konzipierte Schneider genau auf den klaren, hellen Ton der Fl\u00f6te, die dankbar leuchten darf. Das Geschichtenhafte wird vor allem im Doppelkonzert erlebbar, welches das Element Wasser und dessen formbar-plastische Unendlichkeit skizziert. Bildlich erleben wir die \u00c4nderung der Aggregatszust\u00e4nde, das Aufbrausen und Abflauen \u2013 wieder auf ganz andere Weise als Debussy uns dieses Element n\u00e4herbrachte und uns gar das Gef\u00fchl einer Gischt auf der Haut herzaubern konnte. In der Darbietung von \u201eWater\u201c durch \u0141ukasz D\u0142ugosz und Agata Kielar-D\u0142ugosz verschmelzen die beiden Fl\u00f6ten zu einem gro\u00dfen Instrument, einander erg\u00e4nzend und umspielend. Sie kontrastieren zueinander, folgen aber durchgehend dem gleichen Atem und der gleichen Intention: eine grandiose Leistung der beiden Solisten, die sich in der unverbrauchten Reinheit des Klangs laben, ohne darin zu versinken. \u201eWorlds of Tree\u201c kreiert schon etwas abstraktere Bilder, die durch die kleinere Besetzung besondere Intimit\u00e4t erhalten. Die Instrumente mischen sich fein ab und besonders der Harfenistin Agnieszka Kaczmarek-Bialic geb\u00fchrt gro\u00dfe Bewunderung f\u00fcr ihren bescheidenen, dabei vollends aufmerksamen Einsatz, der eine perfekte Symbiose mit den Streichern eingeht. Tontechnisch steht in diesem Konzert die Fl\u00f6te etwas zu sehr im Vordergrund, eine kammermusikalisch-gleichberechtigte Abmischung h\u00e4tte noch mehr Facetten hervorgelockt. \u201ePictures of Yang Guifei\u201c wirkt pomp\u00f6ser, erdverankerter als die anderen beiden Werke, nutzt den Orchesterapparat bis ins Letzte aus. Hier kommt Dirigent Miros\u0142aw Jacek B\u0142aszczyk voll auf seine Kosten und spielt mit den Klanggewalten des Schlesischen Philharmonischen Symphonieorchesters, das er plastisch zu gestalten wei\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Musik von \u201eFlute Stories\u201c spricht den H\u00f6rer an und pr\u00e4sentiert sich verst\u00e4ndlich. Schneider gelingt es, anspruchsvolle Musik zu schreiben, die aber nicht den Intellekt, sondern eben die Emotionen anspricht, die vordergr\u00fcndig f\u00fcr unser Empfinden verantwortlich sind. Gezielt mischt er sie ab und zaubert uns so in fantastische Welten purster Imagination.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>[Oliver Fraenzke, Oktober 2020]<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wergo, WER 5127 2; EAN: 4 010228 512724 Die Musik von Enjott Schneider erz\u00e4hlt Geschichten ohne Worte und ohne dezidiertes Programm, entsprechend nannte er die CD mit seinen Fl\u00f6tenkonzerten \u201eFlute Stories\u201c. Solist des Schlesischen Philharmonischen Symphonieorchesters und des Schlesischen Kammerorchesters ist \u0141ukasz D\u0142ugosz, die Orchester werden geleitet von Miros\u0142aw Jacek B\u0142aszczyk. 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