{"id":4089,"date":"2020-12-17T00:01:00","date_gmt":"2020-12-16T23:01:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/?p=4089"},"modified":"2020-12-16T19:54:50","modified_gmt":"2020-12-16T18:54:50","slug":"kleines-beethoven-vademecum-1-ueber-magische-anziehung-rainer-aschemeiers-gedanken-zum-streichtrio-op-3","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2020\/12\/17\/kleines-beethoven-vademecum-1-ueber-magische-anziehung-rainer-aschemeiers-gedanken-zum-streichtrio-op-3\/","title":{"rendered":"Kleines Beethoven-Vademecum (1): \u00dcber magische Anziehung \u2013 Rainer Aschemeiers Gedanken zum Streichtrio op.\u00a03"},"content":{"rendered":"\n<p><em>2020 j\u00e4hrt sich Ludwig van Beethovens Geburtstag zum 250. Mal. Bekanntlich ist nur das Datum seiner Taufe, der 17.&nbsp;Dezember 1770, gesichert; geboren wurde er wahrscheinlich am Tag zuvor. Zur zeitlichen Festlegung eines Gedenkjahres bieten sich mehrere M\u00f6glichkeiten. Orientiert man sich an der blo\u00dfen Jahreszahl ohne R\u00fccksicht auf Monat und Tag, so stellen wir fest, dass mit dem Jahrestag von Beethovens Geburt das Gedenkjahr bereits beinahe vorbei w\u00e4re, fast als h\u00e4tte man es mit dem 249.&nbsp;Geburtstag des Meisters beginnen und mit dem 250.&nbsp;enden lassen. Gehen wir also \u2013 auch angesichts der beklagenswerten Zust\u00e4nde des Jahres 2020 und in Hoffnung auf ein besseres 2021 \u2013 den anderen Weg, und nehmen wir die runde Wiederkehr des Tages, an welchem die Existenz Ludwig van Beethovens erstmalig beurkundet wurde, zum Anlass, das Gedenkjahr <strong>beginnen<\/strong> zu lassen. Das heute beginnende Beethoven-Jahr 2020\/21 begeht The New Listener mit der Ver\u00f6ffentlichung eines \u201eKleinen Beethoven-Vademecums\u201c. In loser Folge werden unter dieser Rubrik Essays und Rezensionen erscheinen, die sich als pers\u00f6nliche Wegweiser der jeweiligen Autoren durch Beethovens Schaffen, die Aufnahmen seiner Werke oder die Literatur zu Leben und Werk verstehen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Im ersten Beitrag hat unser Gastautor <strong>Rainer Aschemeier<\/strong> das Wort, um von dem Zauber zu berichten, mit dem ein bestimmtes Werk Beethovens ihn seit der ersten Begegnung in seinen Bann schl\u00e4gt: das Streichtrio Es-Dur op.\u00a03. <\/em><em>Rainer Aschemeier begann seine berufliche Laufbahn beim Verlag Bibliographisches Institut und F.A. Brockhaus, wo er als promovierter Geograph das Weltatlasprogramm mitgestaltete. Er wechselte zur Wissenschaftlichen Buchgesellschaft (WBG), wo er bis 2011 die Lektorate Geo-, Natur- und Musikwissenschaft leitete. Nach einer Phase der Selbstst\u00e4ndigkeit, in der er f\u00fcr viele namhafte Buchverlage (u.a. Springer Science\/Spektrum, Brockhaus, DUDEN, Tessloff, Dorling Kindersley usw.) arbeitete und musikjournalistisch als Autor und Rezensent u.a. f\u00fcr die Magazine Crescendo, Applaus und concerti sowie f\u00fcr das Feuilleton des \u201eMannheimer Morgen\u201c t\u00e4tig war, wechselte er zum Musikvertrieb NAXOS Deutschland GmbH, wo er von Januar 2015 an f\u00fcr mehr als f\u00fcnf Jahre die Presse- und \u00d6ffentlichkeitsarbeit verantwortete. Seit M\u00e4rz 2020 ist Rainer Aschemeier Inhaber seiner eigenen PR-Agentur klassik21.<\/em> (d. Red.)<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt Kunstwerke, die werden umso r\u00e4tselhafter, je mehr man versucht, sie zu ergr\u00fcnden. Beispiele hierf\u00fcr gibt es in allen Kunstgattungen, und nat\u00fcrlich auch in der Musik. Es handelt sich dabei um Werke, die neben einer perfekten kompositorischen Umsetzung eine ganz bestimmte, magische Ausstrahlung entwickeln, wenn sie auf gewissenhafte und empathische Interpreten treffen. Eine Ausstrahlung, die ins Innerste vorzudringen vermag und die verst\u00e4ndlich macht, warum so viele Menschen Musik als \u201eSchl\u00fcssel zur Seele\u201c wahrnehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zugegeben, solche Ausf\u00fchrungen sind heute unmodern. In unserer Zeit, in der wir es gewohnt sind, nur an das zu glauben, was sich greifen (und somit <em>be<\/em>greifen), belegen und vermessen l\u00e4sst, erliegen wir der Illusion, dass es uns weiterbringt, wenn wir komplexe Ph\u00e4nomene auf ihre Datenbasis reduzieren. Wir erliegen der Illusion, dass wir dadurch dem Verst\u00e4ndnis dieser Ph\u00e4nomene irgendwie n\u00e4herkommen, und es scheint eine Vorgabe geworden zu sein, dass allzu menschliche Regungen wie Gef\u00fchle, Begeisterung, aber auch Zweifel und Verunsicherung nicht in diesen Kosmos der Durchdringung des Unbegreiflichen geh\u00f6ren.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr mich gibt einige, es sind vielleicht eigentlich nur zwei, drei Handvoll Werke der sogenannten klassischen Musik, die mich wie magisch immer wieder anziehen, die mich f\u00f6rmlich zu rufen scheinen. Bei jenen Werken, wo ich gl\u00fccklich genug war, sie schon in der Kindheit zum ersten Mal h\u00f6ren zu d\u00fcrfen, geschah dies nicht selten vom ersten Augenblick an. Doch dieser \u201eEffekt\u201c ist nicht verg\u00e4nglich. Auch heute noch passiert es mir \u2013 trotz der Repertoireflut, in der ich mich professionell bewege \u2013, dass ich auf musikalische Werke sto\u00dfe, die gleich beim ersten H\u00f6ren etwas in mir zum resonieren bringen, gegen das ich mich nicht wehren kann. Das Werk \u201eruft\u201c mich, und dies, so bin ich mir sicher, wird bis zu meinem eigenen physischen Ende nicht nachlassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn dies eintritt, bin ich nach anf\u00e4nglicher, fast naiver Begeisterung erst einmal ganz verwirrt: Was genau \u201eruft\u201c mich da? Was spricht da aus diesem Werk zu mir? Was gibt es da zu entdecken?<\/p>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich f\u00fchrt dann der erste Schritt meist zur musikwissenschaftlichen Fachliteratur. Man m\u00f6chte Umst\u00e4nde, Zeit und Struktur der Komposition besser kennenlernen. Doch ebenso wenig, wie es eine Gedichtinterpretation vermag, den Zauber eines H\u00f6lderlin-Gedichts zu erkl\u00e4ren, gelingt es mir, anhand musikwissenschaftlicher Texte dem Zauber von Musik n\u00e4herzukommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist dann, als bek\u00e4me ich den Bauplan des Taj Mahal in die Hand und w\u00fcrde nun anhand dieses Bauplans das Geb\u00e4ude genau studieren d\u00fcrfen. Nat\u00fcrlich w\u00e4re das ein Gewinn, und so ist es auch, wenn man den architektonischen Aufbau eines Musikst\u00fccks kennenlernt eigentlich immer. Doch letztendlich w\u00e4re ich trotzdem dem \u201eZauber\u201c nicht n\u00e4hergekommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Solch ein St\u00fcck ist f\u00fcr mich das \u2013 in ersch\u00fctternder Bescheidenheit \u2013 \u201eDivertimento\u201c getaufte Streichtrio in Es-Dur KV563 von Wolfgang Amadeus Mozart. Es geh\u00f6rt zu seinen reifen Kompositionen im Umfeld der letzten drei Sinfonien und darf getrost als einer der h\u00f6chsten Gipfel der Kammermusik betrachtet werden. Mozart erkannte vielleicht, dass seine Zeitgenossen das Werk kaum wertsch\u00e4tzen, geschweige denn verstehen w\u00fcrden, und er verschenkte es an seinen Freund und Hauptgl\u00e4ubiger Puchberg. So kam das bedeutende Werk einige Jahre nicht ans Licht und wurde erst ein Jahr nach Mozarts Tod 1792 gedruckt.<\/p>\n\n\n\n<p>Noch in jenem Jahr muss nach aktueller Forschungslage der damals 22-j\u00e4hrige Ludwig van Beethoven auf das Werk gesto\u00dfen sein, und es muss wohl auch ihn \u201egerufen\u201c haben. Es lie\u00df ihm offenbar keine Ruhe. In relativ kurzer zeitlicher Abfolge komponierte Beethoven, beginnend wohl noch in Bonn, nicht weniger als f\u00fcnf Streichtrios, von denen er eines (Op. 8) vielleicht in direkter Anlehnung an Mozart \u201eSerenade\u201c benannte.<\/p>\n\n\n\n<p>Von den nachfolgenden Generationen wurden diese Streichtrios h\u00f6chstens noch am Rande wahrgenommen. In der R\u00fcckschau sehen wir eben zuerst die h\u00f6chsten Gipfel der \u201emusikalischen Achttausender\u201c, die ber\u00fchmten Sinfonien, die Klavierkonzerte, das Violinkonzert, die sp\u00e4ten Streichquartette die ber\u00fchmten Klaviersonaten, den \u201eFidelio\u201c und all die anderen gro\u00dfen Werke, die Beethoven zum bedeutendsten Komponisten seiner Generation gemacht haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch im Abendlicht, wenn die Sonne schr\u00e4g steht, dann gl\u00e4nzt da am Horizont von Beethovens Jugend ein Gipfel besonders hell zwischen all den Zinnen der sp\u00e4ten Meisterwerke: Es ist das allererste Streichtrio, das der junge Beethoven schrieb. Es steht \u2013 ebenso wie Mozarts Meisterwerk \u2013 in Es-Dur und tr\u00e4gt die Opuszahl 3.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist eines jener Werke, die mich sofort gepackt haben, als ich es das erste Mal h\u00f6rte. Ich erinnere mich, dass ich das St\u00fcck auf CD kennenlernte. Als Student mit notorisch klammem Geldbeutel griff ich zu einer Aufnahme, die ich damals als \u201eGelegenheit\u201c wahrnahm: S\u00e4mtliche Beethoven-Streichtrios zum Minipreis beim Label \u201eBrilliant Classics\u201c in der Einspielung des \u201eThe Zurich String Trio\u201c, bestehend aus Boris Livschitz, Zvi Livschitz und Mikael Hakhnazarian. Es sollte sich als einer der besten K\u00e4ufe in meiner Laufbahn als Sammler erweisen. Ich habe danach noch viele Aufnahmen dieses St\u00fccks geh\u00f6rt, auch mit den vermeintlich \u201eganz gro\u00dfen\u201c Namen der Szene, doch bis heute vermag es nur die Aufnahme des \u201eZurich String Trio\u201c mich so in den Bann zu ziehen wie damals, als ich das St\u00fcck zum ersten Mal h\u00f6rte.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><a href=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Beethoven-Zurich.jpg\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Beethoven-Zurich.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4090\" width=\"403\" height=\"403\" srcset=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Beethoven-Zurich.jpg 355w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Beethoven-Zurich-300x300.jpg 300w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Beethoven-Zurich-150x150.jpg 150w\" sizes=\"(max-width: 403px) 100vw, 403px\" \/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Ich w\u00fcrde mir nie herausnehmen wollen, den gr\u00f6\u00dften Komponisten seiner Epoche psychologisieren zu k\u00f6nnen, doch mein Eindruck war stets: Wir erleben hier angesichts des \u00fcbergro\u00df erscheinenden Vorbilds Mozarts einen sozusagen verunsicherten, vortastenden Beethoven, der doch \u2013 vielleicht sogar nicht einmal besonders bewusst \u2013 gleich mit seinem ersten \u201eWurf\u201c in der Gattung alles richtig gemacht hat. Insbesondere die ersten beiden S\u00e4tze des St\u00fccks sind unbedingt auf Augenh\u00f6he mit Mozart und verm\u00f6gen es, Mozarts unvergleichlichem Meisterwerk nicht nur etwas Ebenb\u00fcrtiges zur Seite zu stellen, sondern in mancher Hinsicht noch einen \u201edraufzusetzen\u201c. F\u00fcr die beiden Menuette in Beethovens Op. 3 haben die Musikwissenschaftler meist nur Floskeln \u00fcbrig wie \u201ekonventionell\u201c, \u201eklassisch\u201c, usw. Und nat\u00fcrlich: von der Architektur her sind beide \u2013 abgesehen vielleicht von dem seltsam \u201estotternden\u201c Duktus des dritten Satzes \u2013 nicht sonderlich au\u00dfergew\u00f6hnlich. Sie sind aber wichtig f\u00fcr das gesamte Werk, stehen genau da, wo sie sollen und machen das Meisterwerk zum \u201eGesamtkunstwerk\u201c. Zudem verbindet Beethoven hier Welten, die zu seiner Zeit unvereinbar schienen: Das erste Menuett folgt eindeutig einem h\u00f6fischen Vorbild, w\u00e4hrend das zweite Menuett eher ein derber L\u00e4ndler ist, und mit einem Mittelteil daherkommt, der durch seine Bordunb\u00e4sse so klingt, als w\u00fcrde ein Dorf-Fiedler in Begleitung einer Drehleier aufspielen. Dies ist \u00fcbrigens nicht die einzige Stelle in Beethovens Op. 3, an der das gewisse \u201eDudelsack-Feeling\u201c aufkommt. Schon im ersten Satz gibt es atemberaubend sch\u00f6ne Stellen mit Bordunbegleitung.<\/p>\n\n\n\n<p>Zwischen diesen beiden Tanzs\u00e4tzen wirkt das sehnsuchtsvolle Adagio wie eine romantische Szene am Rande festlichen Trubels. Es ist dies der Satz, der fast zu sch\u00f6n wirkt. Die Kantabilit\u00e4t seines beinahe aristokratisch anmutenden Hauptthemas verleitet viele Interpreten, auch das Zurich String Trio, zum Einsatz von reichlich emotionalisierendem Vibrato. Doch die romantische Innigkeit, die bei unbedachter Darbietung leicht ins biedermeierliche abrutschen k\u00f6nnte, beinhaltet auch eine schmerzvolle Seite. Und mehr als einmal f\u00e4llt die vorbildlich \u201ewienerklassische\u201c Musik aus dem Rahmen und dann ist es \u2013 in bester Mozart-Manier \u2013 wie ein v\u00f6llig unvermittelter Stich ins Herz, der in nur einem kurzen Augenblick das ganze Leid der Welt zu transportieren scheint.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Finale greift Beethoven die t\u00e4nzerische Stimmung des zweiten Menuetts auf und f\u00fchrt jeden Interpreten dieser Musik anhand eines zun\u00e4chst vermeintlich harmlosen Hauptthemas durch etliche Virtuosit\u00e4ten und spieltechnische H\u00fcrden \u2013 ein \u201eKehraus\u201c-Finale, wie es im Buche steht! Man kann sich selbst auf CD den Publikumsapplaus vorstellen, der dieser Tour de Force folgen m\u00fcsste.<\/p>\n\n\n\n<p>Und so bin ich zuletzt doch selbst der Versuchung unterlegen, Musik zu beschreiben, die ich selbst nicht im Ansatz verstehe, die ich wohl auch nie letztendlich verstehen werde. Es ist ein weiterer, zum Scheitern verurteilter Versuch der Ann\u00e4herung an Musik, die mich einfach nicht losl\u00e4sst und die mir immer wieder neu und interessant vorkommt, die das Kunstst\u00fcck fertigbringt, dass man sich in ihr selbst gespiegelt f\u00fchlt, auch wenn das nat\u00fcrlich anma\u00dfend ist \u2013 doch wehren kann ich mich dagegen trotzdem nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Jahr von Beethovens 250. Geburtstag h\u00e4tte ich mir gew\u00fcnscht, dass gerade die weniger bekannten Facetten dieses unzweifelhaft genialen Komponisten einmal etwas st\u00e4rker in den Fokus ger\u00fcckt w\u00fcrden. Nach meinem Eindruck hatte das in zur\u00fcckliegenden \u201eJubil\u00e4umsjahren\u201c f\u00fcr manche Komponisten sehr gut funktioniert, am besten vielleicht zuletzt bei Mozart, Schumann und Mahler. Die Mehrzahl der bisherigen Beitr\u00e4ge zum \u201eBeethoven-Jahr\u201c waren bis auf wenige Ausnahmen aber gepr\u00e4gt von recht offensichtlichen Ans\u00e4tzen und vielen Redundanzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gab nur wenige Interpreten (wie z.B. Boris Giltburg, Hanna Shibayeva oder Sophie-Mayuko Vetter), die sich wirklich getraut haben, sich mit ihrer ganzen, eigenen Pers\u00f6nlichkeit in den Dienst des Beethoven-Jahrs zu stellen und vor allem auch mitzuteilen, welcher kreative, vor allem aber auch emotionale Prozess mit einer solchen konzentrierten Besch\u00e4ftigung mit einem Komponisten im Jahr seines 250. Geburtstags einhergeht.<\/p>\n\n\n\n<p>Es liegt deshalb an jedem selbst, Beethoven immer wieder neu zu entdecken und sich nicht darauf zu verlassen, was zu einem Jubil\u00e4umsjahr pr\u00e4sentiert wird. Musik ist frei. Es muss nicht gegessen werden, was auf den Tisch kommt! Die Diskografie ist im Falle Beethovens so reich wie bei kaum einem anderen Komponisten. Man kann sich sehr gut sein eigenes S\u00fcppchen daraus kochen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>[Rainer Aschemeier, Dezember 2020]<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>2020 j\u00e4hrt sich Ludwig van Beethovens Geburtstag zum 250. Mal. Bekanntlich ist nur das Datum seiner Taufe, der 17.&nbsp;Dezember 1770, gesichert; geboren wurde er wahrscheinlich am Tag zuvor. Zur zeitlichen Festlegung eines Gedenkjahres bieten sich mehrere M\u00f6glichkeiten. 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