{"id":4258,"date":"2021-02-27T23:56:00","date_gmt":"2021-02-27T22:56:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/?p=4258"},"modified":"2021-02-28T00:18:11","modified_gmt":"2021-02-27T23:18:11","slug":"trio-montserrat-german-counterpoint-bach-mozart-paul-buettner-heinz-schubert-reinhard-schwarz-schilling-trio-montserrat","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2021\/02\/27\/trio-montserrat-german-counterpoint-bach-mozart-paul-buettner-heinz-schubert-reinhard-schwarz-schilling-trio-montserrat\/","title":{"rendered":"[Rezensionen im Vergleich\u00a02] Trio Montserrat: German Counterpoint"},"content":{"rendered":"\n<p>Aldil\u00e0 Records, ARCD 014; EAN: 9 993643 980143<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><a href=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/German-Counterpoint-Trio-Montserrat-Aldila_cover-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/German-Counterpoint-Trio-Montserrat-Aldila_cover-1-1024x914.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4259\" width=\"456\" height=\"406\" srcset=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/German-Counterpoint-Trio-Montserrat-Aldila_cover-1-1024x914.jpg 1024w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/German-Counterpoint-Trio-Montserrat-Aldila_cover-1-300x268.jpg 300w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/German-Counterpoint-Trio-Montserrat-Aldila_cover-1-768x686.jpg 768w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/German-Counterpoint-Trio-Montserrat-Aldila_cover-1.jpg 1102w\" sizes=\"(max-width: 456px) 100vw, 456px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Ausgehend von der polyphonen Kunst von Altmeister Johann Sebastian Bach in einer Bearbeitung von Wolfgang Amadeus Mozart (KV 404a) von 1782 spielen die drei katalanischen Musiker Joel Bardolet (Violine), Miquel C\u00f3rdoba (Viola) und Bruno Hurtado (Violoncello) St\u00fccke dreier deutscher, ziemlich unbekannter Meister des 20. Jahrhunderts: <\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Eine Trio-Sonate des Dresdner Komponisten Paul B\u00fcttner (1870\u20131943) von 1930,<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Eine Kammersonate in drei S\u00e4tzen von Heinz Schubert (1908\u20131945), 1934-1937 geschrieben,<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>und ein Streichtrio von Reinhard Schwarz-Schilling (1904\u20131985) aus dem Jahr 1983.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Das Programmheft von Christoph Schl\u00fcren weist mit Recht darauf hin, dass gerade diese Besetzung dem Komponisten ein H\u00f6chstma\u00df an K\u00f6nnen und Intuition abverlangt, steht doch au\u00dfer den drei verschiedenen T\u00f6nen eines Akkords kein vierter zur Verf\u00fcgung, wenn die Dreistimmigkeit als gegeben vorausgesetzt wird. Dass dabei die Polyphonie dennoch ein gegebenes Kompositions-Mittel der Wahl ist, demonstriert das Trio Monserrat auf hervorragende Weise.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr mich am leichtesten zug\u00e4nglich \u2013 abgesehen von den drei Kompositonen von Bach\/Mozart, die der \u201enormalen\u201c Tonalit\u00e4t am verbundensten sind \u2013 ist die Musik von Paul B\u00fcttner, an dem mich immer wieder sein unersch\u00f6pflicher melodischer Erfindungsreichtum begeistert. Obwohl doch die Melodie im 20. Jahrhundert ausgedient zu haben schien. Nicht nur bei diesen St\u00fccken, in denen B\u00fcttner mit der Form des Kanons spielt, auch bei seinen Symphonien ist die melodische Komponente verbl\u00fcffend und faszinierend. Auch die Tonalit\u00e4t hat, bei aller Polyphonie, noch lange nicht ausgedient, was nat\u00fcrlich im damaligen Mainstream nicht zum Ansehen der B\u00fcttner\u2019schen Musik betrug. Namhafte Dirigenten wie Arthur Nikisch oder Fritz Busch, die sich seiner Werke annahmen, konnten daran nur wenig \u00e4ndern. So ist und bleibt Paul B\u00fcttner einer, dessen Musik noch immer zu entdecken ist. Wozu diese CD ihren dankenswerten Beitrag leistet.<\/p>\n\n\n\n<p>Heinz Schubert, leider viel zu jung gestorben, ist sicher der, dessen Musik am weitesten und kompromisslosesten in die Zukunft wies. Auch wenn sein Nachname sich bis heute als eine allzu schwere B\u00fcrde erweist, ist sein Genie unbestreitbar, was auch bei dieser Kammersonate zu h\u00f6ren ist. Gerade bei der \u201eBegrenzung\u201c auf das Streichtrio ist es verbl\u00fcffend, welche neuartige Musik und neue Energien Violine, Viola und Violoncello hervorbringen. Vor allem dann, wenn diese von drei Meistern ihres Instruments \u201ein statu nascendi\u201c gespielt werden. Beeindruckend die Intensit\u00e4t und das Zusammenspiel auch bei schwierigsten rhythmischen und harmonischen Verbindungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Heinrich Kaminski (1886\u20131946), der Lehrer von Reinhard Schwarz-Schilling, sah sich in seiner Musik sicher auch als legitimer Nachfahre des gro\u00dfen Bach. Diese Wertsch\u00e4tzung \u00fcbertrug sich auf seinen Sch\u00fcler, was im Streichtrio aus dessen vorletztem Lebensjahr deutlich zu h\u00f6ren ist. Insofern ist der Titel der CD \u201eDeutscher Kontrapunkt\u201c mehr als gerechtfertigt. Alle drei Komponisten berufen sich in ihren Werken auf den gro\u00dfen Vorg\u00e4nger Bach, der nat\u00fcrlich die Musik des ganzen 20. Jahrhunderts beeinflusste, direkt oder sp\u00e4ter auch via Cross-Over in den verschiedensten Formen.<\/p>\n\n\n\n<p>Abgesehen von den merkw\u00fcrdigen Str\u00f6mungen der sogenannten 12-Ton Musik nach Sch\u00f6nberg, denen ja auch eine gro\u00dfe Anzahl \u201eausgedachter\u201c Musik angeh\u00f6rte und noch immer angeh\u00f6rt, ist die tonale oder auch die freitonale Musik z. B. eines Anders Eliasson (1947\u20132013) oder heute eines Robert Groslot (geb. 1951) allen \u201eSeilschaften\u201c der \u201eNeuen Musik\u201c zum Trotz eine nie versiegende Quelle der Musenkunst MUSIK. Quod erat demonstrandum.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>[Ulrich Hermann, Februar 2021]<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aldil\u00e0 Records, ARCD 014; EAN: 9 993643 980143 Ausgehend von der polyphonen Kunst von Altmeister Johann Sebastian Bach in einer Bearbeitung von Wolfgang Amadeus Mozart (KV 404a) von 1782 spielen die drei katalanischen Musiker Joel Bardolet (Violine), Miquel C\u00f3rdoba (Viola) und Bruno Hurtado (Violoncello) St\u00fccke dreier deutscher, ziemlich unbekannter Meister des 20. 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