{"id":521,"date":"2016-02-07T18:29:47","date_gmt":"2016-02-07T17:29:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/?p=521"},"modified":"2016-02-07T18:30:27","modified_gmt":"2016-02-07T17:30:27","slug":"vier-quartette","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2016\/02\/07\/vier-quartette\/","title":{"rendered":"Vier Quartette"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center\">Szymanowski Quartett Moskau<br \/>\nAndrej Below, Violine<br \/>\nGrzegorz Kot\u00f3w, Violine<br \/>\nVladimir Mykytka, Viola<br \/>\nMarcin Sieniawski, Violoncello<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Karol Szymanowski (1882-1937)<br \/>\nSergei Prokofiev (1891- 1953)<br \/>\nPeter Iljitsch Tschaikowsky (1840-1893)<br \/>\nMyroslaw Skoryk (*1938)<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">AVI 8553160<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">4 260085 53160 8<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a href=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Ulrich0015.jpg\" rel=\"attachment wp-att-522\"><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-522 aligncenter\" src=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Ulrich0015-285x300.jpg\" alt=\"Ulrich0015\" width=\"285\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Ulrich0015-285x300.jpg 285w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Ulrich0015.jpg 565w\" sizes=\"(max-width: 285px) 100vw, 285px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Warum f\u00e4llt mir diesmal die Besprechung so schwer und ich dr\u00fccke mich davor, so gut ich kann? Liegt es am Anspruch der Streichquartettliteratur, liegt es an der \u201eModernit\u00e4t\u201c der Kompositionen, liegt es an meiner Befangenheit den Streichinstrumenten gegen\u00fcber?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Egal, mit der gro\u00dfen Partitur des zweiten Streichquartetts von Karol Szymanowski vor mir wage ich es. Das 1927 entstandene Quartett ist \u00e4u\u00dferst elaboriert und verwendet die vier Instrumente in allen erdenklichen Lagen und Zusammenh\u00e4ngen. Kein Wunder, dass sich das agierende Szymanowski-Quartett namentlich auf diesen \u201eVater der polnischen Musik\u201c bezieht, der in seinem Leben \u2013 geboren in der Ukraine \u2013 in ganz Europa umherreiste und die verschiedensten Einfl\u00fcsse aufnahm und in seiner Musik verarbeitete bis hin zu orientalischen Idiomen. Vor allem unter dem Einfluss Scriabins und auch Strawinskys erweiterte er seine Tonsprache, auch um volksmusikalische Einfl\u00fcsse, wie es au\u00dfer ihm ja auch schon Tschaikowsky oder seine Zeitgenossen Bart\u00f3k, Enescu und Kod\u00e1ly taten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Streichquartette gelten neben Symphonie, Oper, Solokonzert und Sonate als Gipfelgattung der Komposition, und bis zum heutigen Tag sind zahlreiche geniale Meisterwerke aller Schattierungen und Ausdrucksformen entstanden oder noch im Entstehen. Das Quartett gilt als Pr\u00fcfstein der reinen Substanz im musikalischen Schaffen eines Komponisten. Und die gro\u00dfe Partitur der beiden Szymanowski-Quartette, die vor mir liegt, l\u00e4sst erkennen, dass es mit einem einmaligen \u201eDr\u00fcberwegh\u00f6ren\u201c bei dieser Musik nicht getan ist.\u00a0 Obwohl durchaus tonal und auch rhythmisch sehr ansprechend, bedarf es mehrmaligen H\u00f6rens, um die spezifische Qualit\u00e4t dieser Musik und der vier Spieler zu erkennen. Mit T\u00f6nen im h\u00f6chsten Bereich beginnt die erste Geige, nach unten oktavverdoppelt vom Cello, die beiden mittleren Instrumente \u00fcbernehmen\u00a0 die harmonische Abrundung.\u00a0 Das dreis\u00e4tzige Werk \u2013 es dauert knapp 17 Minuten \u2013 erschlie\u00dft sich beim mehrmaligen H\u00f6ren, wie auch das zweite Streichquartett von Sergei Prokofiev, das besonders im zweiten, dem Adagio-Satz, durchaus sch\u00f6n klingt und unmittelbar anspricht. Nat\u00fcrlich ist die Ausf\u00fchrung des in Hannover beheimateten Quartetts makellos und intensiv, was unbedingte Voraussetzung f\u00fcr die Realisierung dieser Kompositionen\u00a0 ist. Wobei ich besonders beim ersten Streichquartett von Tschaikowsky \u00fcberrascht war, wie modern und fast zeitgen\u00f6ssisch es klingt. Auch da besorgte ich mir die Noten, denen ich diese Modernit\u00e4t auf den ersten Blick gar nicht ansah.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Das Schlussst\u00fcck vom ukrainischen Komponisten Myroslaw Skoryk ist eines seiner bekannter gewordenen Werke, eine Filmmusik, die Skoryk \u201egegen\u201c die damals herrschende Sowjet-Ideologie komponierte. Das ausf\u00fchrliche Booklet informiert \u00fcber die vier Komponisten ebenso wie \u00fcber die vier Ausf\u00fchrenden. Und\u00a0 nach anf\u00e4nglichem Z\u00f6gern kommt mir beim weiteren Anh\u00f6ren diese Musik denn auch immer vertrauter, ansprechender und wesentlicher vor.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>[Ulrich Hermann, Februar 2016]<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Szymanowski Quartett Moskau Andrej Below, Violine Grzegorz Kot\u00f3w, Violine Vladimir Mykytka, Viola Marcin Sieniawski, Violoncello Karol Szymanowski (1882-1937) Sergei Prokofiev (1891- 1953) Peter Iljitsch Tschaikowsky (1840-1893) Myroslaw Skoryk (*1938) AVI 8553160 4 260085 53160 8 Warum f\u00e4llt mir diesmal die Besprechung so schwer und ich dr\u00fccke mich davor, so gut ich kann? 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