{"id":532,"date":"2016-02-13T17:18:38","date_gmt":"2016-02-13T16:18:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/?p=532"},"modified":"2016-02-13T17:18:58","modified_gmt":"2016-02-13T16:18:58","slug":"kinderlachen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2016\/02\/13\/kinderlachen\/","title":{"rendered":"Kinderlachen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center\">Carl Reinecke (1824-1910)<br \/>\nDie wilden Schw\u00e4ne op. 164<br \/>\nDichtung nach Hans Christian Andersens M\u00e4rchen von Karl Kuhn<br \/>\nF\u00fcr Soli, Frauenchor, Harfe, Cello, zwei H\u00f6rner, Klavier und Deklamation<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Kirsten Labonte, Sopran<br \/>\nGerhild Romberger, Alt<br \/>\nMarkus K\u00f6hler, Bariton<br \/>\nShuang Shi, Sopran<br \/>\nRebecca Blanz, Mezzosopran<br \/>\nChristian Kleinert, Erz\u00e4hler<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Mirjam Petri, Harfe<br \/>\nHugh McGregor, Cello<br \/>\nNorbert Stertz und Peter Gulyka, Horn<br \/>\nSchwanen-Ensemble Hagen Enke, Ensembleleitung<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Peter Kreutz, Klavier<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">CPO 777 940-2<br \/>\n7 61203 79402 7<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Ulrich0016.jpg\" rel=\"attachment wp-att-533\"><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-533 aligncenter\" src=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Ulrich0016-289x300.jpg\" alt=\"Ulrich0016\" width=\"289\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Ulrich0016-289x300.jpg 289w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Ulrich0016.jpg 590w\" sizes=\"(max-width: 289px) 100vw, 289px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Carl Reinecke (1824-1910) geh\u00f6rt mit seinem reichen kompositorischen Schaffen (es sind fast 300 Opera) zu den Vergessenen. Obwohl er nicht nur als Pianist, Dirigent und Komponist, sondern auch als Musikschriftsteller t\u00e4tig war, ist seine Musik \u2013 bis auf wenige Ausnahmen \u2013 aus dem Repertoire verschwunden.\u00a0 Umso begr\u00fc\u00dfenswerter ist die vorliegende cpo-CD, zu der auch ein sehr informatives Booklet wie selbstverst\u00e4ndlich geh\u00f6rt.\u00a0 Eine M\u00e4rchenoper nach Hans Christian Andersen (1805-1875) ist nat\u00fcrlich ein zutiefst romantisches Sujet und nur eines der vielen M\u00e4rchenst\u00fccke, die Carl Reinecke in Musik setzte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Besetzung der wenigen weiteren Instrumente neben dem Klavier ist ad libitum und der Chor ist ein kleiner Frauenchor, so dass einer Auff\u00fchrung im erweiterten h\u00e4uslichen Rahmen wohl nichts im Wege stand. W\u00e4ren da nicht die Solorollen oder der Erz\u00e4hler.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">H\u00e4tten in einer Privatwohnung unter den Zuh\u00f6rerinnen und Zuh\u00f6rern n\u00e4mlich auch Kinder gelauscht, sie w\u00e4ren sp\u00e4testens bei der ersten Arie der K\u00f6nigin in hysterisches Lachen ausgebrochen \u2013 ungeachtet einer guten oder schlechteren Erziehung. Und so ist es leider mit dem ganzen St\u00fcck auf dieser CD: Die v\u00f6llig verk\u00fcnstelte \u2013 fast opernhafte \u2013 Inszenierung, noch dazu mit einem f\u00fcrchterlich langweiligen und uninspirierten Erz\u00e4hler, erweist der Komposition einen echten B\u00e4rendienst.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Wer sich die Aufnahme zum zweiten Mal anh\u00f6rt, muss entweder ein Fan eines der Darstellerinnen oder der Darsteller sein, oder gerade diese Art von M\u00e4rchen-Oper besonders lieben. Nicht, dass die Musik nicht ihren Reiz h\u00e4tte, auch die Instrumentation ist durchaus passend und h\u00f6renswert, aber diese \u201everbildete\u201c Art des Gesangs ist f\u00fcr eine damals f\u00fcr gutb\u00fcrgerliche Kreise auch von seinem Sch\u00f6pfer gedachtes Werk alles andere als zielf\u00fchrend. Vibrato in allen Ehren \u2013 oder eben eher nicht \u2013, aber die spontane Reaktion eines Kindes auf solch eine \u201eOpernstimme\u201c ist vorhersagbar staunendes Lachen oder gar Entsetzen. Weniger w\u00e4re auch hier sehr viel mehr und w\u00fcrde den tats\u00e4chlichen Reiz dieses M\u00e4rchen-Musicals nicht nur erh\u00f6hen, sondern \u00fcberhaupt erst h\u00f6rbar machen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Da k\u00f6nnten sich viele der heutigen, mit viel zu hohen Anspr\u00fcchen aufgeladenen Inszenierungen sogenannter Kinderopern ein gutes St\u00fcck von den Musical-Darstellern und ihren B\u00fchnenfassungen abschauen, falls sie sich nicht ein Beispiel n\u00e4hmen an ad\u00e4quaten \u2013 meist amerikanischen &#8211; Verfilmungen solcher Stoffe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Schade, denn die Musik ist sehr ansprechend in ihrer (auch in den Chorpartien) teils einstimmigen, immer eing\u00e4ngigen Melodik, auch die obligate \u2013 nat\u00fcrlich schlichte &#8211; Klavierbegleitung, die das Orchester vor allem dann ersetzt, wenn die anderen vorgesehenen Instrumente, also Harfe, Cello und zwei H\u00f6rner, nicht zur Verf\u00fcgung stehen sollten, ist h\u00f6renswert und bindet das Ganze zusammen. Die m\u00f6gliche \u201eOrchestration\u201c erweist sich durchaus als Bereicherung des romantischen Kolorits und weist den Komponisten als erfahrenen Musiker aus. Schlie\u00dflich war er drei\u00dfig Jahre lang Kapellmeister des Leipziger Gewandhaus-Orchesters.\u00a0 Bleibt als Fazit:\u00a0 S\u00e4ngerisch und sprecherisch h\u00e4tten der dichterische Stoff und die Komposition eine hochklassigere Auff\u00fchrung verdient.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>[Ulrich Hermann, Februar 2016]<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Carl Reinecke (1824-1910) Die wilden Schw\u00e4ne op. 164 Dichtung nach Hans Christian Andersens M\u00e4rchen von Karl Kuhn F\u00fcr Soli, Frauenchor, Harfe, Cello, zwei H\u00f6rner, Klavier und Deklamation Kirsten Labonte, Sopran Gerhild Romberger, Alt Markus K\u00f6hler, Bariton Shuang Shi, Sopran Rebecca Blanz, Mezzosopran Christian Kleinert, Erz\u00e4hler Mirjam Petri, Harfe Hugh McGregor, Cello Norbert Stertz und Peter &hellip; <a href=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2016\/02\/13\/kinderlachen\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Kinderlachen<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[13],"tags":[404,476,428,472,481,469,478,470,471,473,477,480,479,483,475,482,474],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/532"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=532"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/532\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":535,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/532\/revisions\/535"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=532"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=532"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=532"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}