{"id":5578,"date":"2023-01-23T00:11:51","date_gmt":"2023-01-22T23:11:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/?p=5578"},"modified":"2023-01-23T00:11:54","modified_gmt":"2023-01-22T23:11:54","slug":"amoroso-romantische-musik-fuer-violoncello-und-gitarre","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2023\/01\/23\/amoroso-romantische-musik-fuer-violoncello-und-gitarre\/","title":{"rendered":"Romantische Musik f\u00fcr Violoncello und Gitarre"},"content":{"rendered":"\n<p>Ars Produktion, ARS 38 620, EAN: 4 260052 386200<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><a href=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Amoroso.jpg\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Amoroso.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5579\" width=\"493\" height=\"489\" srcset=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Amoroso.jpg 600w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Amoroso-300x298.jpg 300w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Amoroso-150x150.jpg 150w\" sizes=\"(max-width: 493px) 100vw, 493px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Unter dem Titel \u201eAmoroso\u201c pr\u00e4sentieren Nicole Pe<\/em><em>\u00f1<\/em><em>a Comas (Cello) und Damien Lancelle (Gitarre) ein einst\u00fcndiges Programm von 18 Arrangements f\u00fcr Cello und Gitarre. Dabei handelt es sich um eine bunte Mischung von Genrest\u00fccken und Liedbearbeitungen aus dem 19. und fr\u00fchen 20. Jahrhundert.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Wenn die aus der Dominikanischen Republik stammende, mittlerweile in Wien lebende Cellistin Nicole Pe\u00f1a Comas auf ihrem neuen Album romantische Musik f\u00fcr Violoncello und Gitarre vorstellt, dann ist dies insbesondere aus zwei Gr\u00fcnden ausgesprochen reizvoll. Zum einen erweist sich die erst einmal eher randst\u00e4ndige Kombination von Violoncello und Gitarre als sehr apart; die beiden Instrumente erg\u00e4nzen sich vorz\u00fcglich zu einem ebenso warmen wie intimen, im besten Sinne hausmusikartigen Klangbild. Die Bandbreite ist hier wesentlich gr\u00f6\u00dfer als man annehmen k\u00f6nnte, so haben etwa Marek Jerie und Konrad Ragossnig bereits vor Jahren ein Werk wie Schuberts <em>Arpeggione-Sonate<\/em> exquisit in dieser Besetzung dargeboten. Zum anderen ist die Wahl des Repertoires aus cellistischer Sicht erfreulich, weil hier u.a. eine Reihe von Pi\u00e8cen des Cellisten August N\u00f6lck (1862\u20131928) vorgestellt werden, der manchem Cellosch\u00fcler ein Begriff sein d\u00fcrfte, dessen Werk aber diskographisch eher sp\u00e4rlich erschlossen ist. Die Gitarre spielt Pe\u00f1a Comas\u2019 Ehemann Damien Lancelle, aus dessen Feder auch die Bearbeitungen stammen.<\/p>\n\n\n\n<p>N\u00f6lcks <em>Amoroso<\/em>, eine Valse lente, mit der die CD beginnt und nach der sie auch benannt ist, repr\u00e4sentiert exemplarisch die beiden Schwerpunkte des Programms (und bildet insofern einen ungemein passenden Anfang). Im Vordergrund steht der Themenkreis Liebe, etwa in Form von Liebesliedern oder Liebesgr\u00fc\u00dfen, aber auch im weiteren Sinne wie in Berceusen, Serenaden, \u201esentimentalen\u201c oder \u201e(ap-)passionierten\u201c St\u00fccken. Dies umfasst Klassiker wie Elgars <em>Salut d\u2019amour<\/em>, Kreislers <em>Liebesleid<\/em>, zwei Liedbearbeitungen aus Schumanns <em>Myrthen<\/em>, Tschaikowskis <em>Valse sentimentale<\/em> und sogar ein Arrangement von Liszts drittem <em>Liebestraum<\/em>. Mit zwei sehr h\u00fcbschen Arrangements von Liedern von Satie und Poulenc ist auch Frankreich in der Sammlung enthalten, mit Amy Beachs <em>Berceuse<\/em> op.&nbsp;40 Nr.&nbsp;2 zudem eine kleine Seltenheit aus Amerika.<\/p>\n\n\n\n<p>Der zweite Schwerpunkt des Programms liegt wie erw\u00e4hnt auf selten gespielter Musik von Cellisten des 19. und fr\u00fchen 20.&nbsp;Jahrhunderts, und so kann die CD auch als eine kleine N\u00f6lck-Hommage betrachtet werden. Vorgestellt werden insgesamt sechs seiner St\u00fccke, im Original allesamt f\u00fcr Violoncello und Klavier komponiert, h\u00fcbsche, gef\u00e4llige, unmittelbar ins Ohr gehende kleine Pi\u00e8cen, die gerne mit nationalem Kolorit arbeiten, siehe etwa die <em>Spanische Serenade<\/em> (wobei auch das <em>St\u00e4ndchen<\/em> einen spanischen Einschlag aufweist), die <em>Mazurka<\/em> und nat\u00fcrlich die die CD beschlie\u00dfende <em>Ungarische Cz\u00e1rdas-Fantasie<\/em>, das mit etwa sieben Minuten umfangreichste und virtuoseste Werk dieser Zusammenstellung. Daneben haben auch zwei St\u00fccke des Cellisten Georg Goltermann (1824\u20131898, sein Cellokonzert Nr. 4 ist beliebte Unterrichtsliteratur) Eingang in das Programm gefunden. Irgendwo zwischen den beiden Polen der CD darf man schlie\u00dflich Saint-Sa\u00ebns\u2019 ebenso beliebtes wie effektvolles <em>Allegro appassionato<\/em> ansiedeln.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Bearbeitungen sind insgesamt gekonnt gearbeitet und klanglich gut auf die Kombination beider Instrumente abgestimmt. Neben der Transkription des Klavierparts auf die Gitarre beweisen die Arrangements auch Sinn f\u00fcr allerhand reizvolle Details wie etwa die sanften Cello-Pizzicati am Ende der <em>Widmung<\/em> aus Schumanns <em>Myrthen<\/em>, die dem Schluss eine leicht weihevolle Aura verleihen, oder die effektvoll-dramatischen Akzente, die in der <em>Cz\u00e1rdas-Fantasie<\/em> wohl durch Einsatz von Rasgueado erzeugt werden. Das auf den ersten Blick wom\u00f6glich ungew\u00f6hnlichste Arrangement d\u00fcrfte wohl dasjenige von Liszts <em>Liebestraum Nr.&nbsp;3<\/em> sein, ist diese Musik doch erst einmal deutlich vom Klavier her gedacht. F\u00fcr Cello und Gitarre bearbeitet verwandelt sich das St\u00fcck in eine Art langsamen Walzer in D-Dur, der sich gut in den Kontext dieser CD f\u00fcgt.<\/p>\n\n\n\n<p>Pe\u00f1a Comas spielt ihren Part mit warmem, rundem, gesanglichem Ton, sch\u00f6n etwa gleich das einleitende <em>Amoroso<\/em> oder die Bearbeitungen der Lieder von Schumann, Satie und Poulenc, um nur einige Beispiele zu nennen. Die romantische Seite dieser Musik kostet sie voll aus, auch zum Beispiel in Form von bewusst eingesetzten Glissandi (vgl. etwa Goltermanns <em>Capriccio<\/em>). Lancelle begleitet sie ausgesprochen einf\u00fchlsam, und so ergibt sich oftmals ein sehr sch\u00f6nes Dialogisieren der beiden Instrumente. Das Begleitheft der CD liefert neben einem kurzen Geleitwort die Biographien der beiden K\u00fcnstler. Der Korrektheit halber sei erw\u00e4hnt, dass N\u00f6lcks <em>Mazurka<\/em> genau genommen sein op.&nbsp;120 Nr.&nbsp;5 ist; auch dies also Teil einer Kollektion von kleineren Vortragsst\u00fccken. Der Klang der CD entspricht dem sehr guten Standard moderner Produktionen.<\/p>\n\n\n\n<p>Insgesamt ein sehr h\u00fcbsches, kammermusikalisch-intimes Programm, von dem man sich gut unterhalten f\u00fchlen darf.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>[Holger Sambale, Januar 2023]<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ars Produktion, ARS 38 620, EAN: 4 260052 386200 Unter dem Titel \u201eAmoroso\u201c pr\u00e4sentieren Nicole Pe\u00f1a Comas (Cello) und Damien Lancelle (Gitarre) ein einst\u00fcndiges Programm von 18 Arrangements f\u00fcr Cello und Gitarre. Dabei handelt es sich um eine bunte Mischung von Genrest\u00fccken und Liedbearbeitungen aus dem 19. und fr\u00fchen 20. Jahrhundert. 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