{"id":5694,"date":"2023-05-07T04:13:32","date_gmt":"2023-05-07T02:13:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/?p=5694"},"modified":"2023-05-07T04:13:38","modified_gmt":"2023-05-07T02:13:38","slug":"gordon-sherwood-zum-10-todestag","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2023\/05\/07\/gordon-sherwood-zum-10-todestag\/","title":{"rendered":"Gordon Sherwood zum 10.\u00a0Todestag"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><a href=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Sherwood-Lieder2.jpg\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Sherwood-Lieder2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5695\" width=\"473\" height=\"428\" srcset=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Sherwood-Lieder2.jpg 600w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Sherwood-Lieder2-300x272.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 473px) 100vw, 473px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Der Lebenslauf Gordon Sherwoods darf mit Fug und Recht als einer der ungew\u00f6hnlichsten gelten, die sich in der Musikgeschichte finden lassen. Fr\u00fchzeitig preisgekr\u00f6nt und mit einer Auff\u00fchrung an exponiertester Stelle ins Licht der \u00d6ffentlichkeit ger\u00fcckt, anschlie\u00dfend in jahrelangen Aufbaustudien bei besten Lehrern ausgebildet, entschied sich der 1929 geborene US-Amerikaner schlie\u00dflich gegen eine Laufbahn im etablierten Musikbetrieb und zog jahrzehntelang rastlos kreuz und quer \u00fcber den Globus. Er sah \u00fcber 30 L\u00e4nder auf f\u00fcnf Kontinenten und durchstreifte als K\u00fcnstler die Musikkulturen der Welt ebenso wie das klassische Erbe der abendl\u00e4ndischen Musik. Den Entbehrungen eines strapazi\u00f6sen Wanderlebens zum Trotz schuf er, unabl\u00e4ssig weiter komponierend, ein sich auf nahezu alle Gattungen der Instrumental- und Vokalmusik erstreckendes Gesamtwerk von bemerkenswerter stilistischer Vielfalt. Vor zehn Jahren, am 2.\u00a0Mai 2013, endete dieses abenteuerliche Leben im oberbayerischen Peiting. Anl\u00e4sslich seines Todestages sei hiermit ausf\u00fchrlich an Gordon Sherwood erinnert!<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Gordon Holt Sherwood kam am 25.&nbsp;August 1929 in Evanston nahe Chicago zur Welt. Seine musikalische Begabung zeichnete sich fr\u00fch ab, doch legten seine Eltern keinen Wert darauf. Stattdessen lie\u00dfen sie ihn zwischen seinem zw\u00f6lften und f\u00fcnfzehnten Lebensjahr in Kadettenanstalten unterbringen. Der Drang des empfindsamen Jungen zur Musik wurde durch den milit\u00e4rischen Drill, den er \u00fcber sich ergehen lassen musste, aber nur gesteigert. Nachdem er 1944 zum ersten Mal Beethovens Siebte Symphonie geh\u00f6rt hatte, stand f\u00fcr ihn fest, dass er Komponist werden w\u00fcrde. 1950 nahm er ein Musikstudium an der Western Michigan University in Kalamazoo auf, das er 1953 mit dem Bachelor of Music abschloss. Ab 1954 studierte er an der University of Michigan in Ann Arbor und erwarb dort 1956 den Master of Music. Bereits w\u00e4hrend seiner Studienzeit gewann er 1955 den 1. Preis beim nationalen Wettbewerb f\u00fcr junge Komponisten der National Federation of Music Clubs. W\u00e4hrend seines Studiums erschloss sich Sherwood die Vielfalt der zeitgen\u00f6ssischen und historischen Kompositionsstile abendl\u00e4ndischer Musik. Die st\u00e4rkste Wirkung \u00fcbte das Schaffen Johann Sebastian Bachs auf ihn aus, doch besch\u00e4ftigte er sich intensiv auch mit allem anderen, was ihm an Musik begegnete, bis hin zu Bart\u00f3k, Stravinsky, Sch\u00f6nberg und den Nachkriegsavantgardisten. Aus einer Pr\u00fcfungsaufgabe heraus entstand seine Erste Symphonie op. 3, deren letzte beide S\u00e4tze er als \u201eIntroduction and Allegro\u201c 1957 zum 12<sup>th<\/sup> Gershwin Memorial Award einreichte. Sherwood erhielt den Preis, wobei die Stimme von Dimitri Mitropoulos den Ausschlag gab, der das Werk anschlie\u00dfend mit dem New York Philharmonic Orchestra in der Carnegie Hall urauff\u00fchrte. Dies schien der Beginn einer vielversprechenden Karriere zu sein. Sherwood konnte sich in Tanglewood kurzzeitig bei Aaron Copland weiterbilden, und, mit Stipendien ausgestattet, den Sprung \u00fcber den Atlantik wagen. Seine Studienaufenthalte an der Hamburger Musikhochschule bei Philipp Jarnach und in Rom an der Accademia Santa Cecila bei Goffredo Petrassi kr\u00f6nte er 1967 mit einem weiteren Kompositionspreis.<\/p>\n\n\n\n<p>Den scheinbar folgerichtigen Schritt, sich mit diesen optimalen Voraussetzungen um eine feste Position im \u00f6ffentlichen Musikleben zu bem\u00fchen, tat Sherwood jedoch nie. Anstatt in Europa oder Amerika eine abgesicherte Existenz, etwa als Kompositionsprofessor, zu f\u00fchren, ging er gemeinsam mit seiner Ehefrau Ruth, einer S\u00e4ngerin aus Hamburg, in den Nahen Osten. Zun\u00e4chst zogen sie nach Kairo, wo Sherwood die Musik zu Fatin Abdel Wahabs Spielfilm <em>Ard el Nifaq<\/em> (Land der Heuchelei) komponierte. Von 1968 bis 1970 hielten sie sich in Beirut auf \u2013 damals, vor den Verheerungen des Libanesischen B\u00fcrgerkriegs, weithin als \u201eParis des Nahen Ostens\u201c ger\u00fchmt \u2013 und verdienten ihren Lebensunterhalt u.&nbsp;a. durch gemeinsame Auftritte in Hotels. Als Bar- und Kinopianist entdeckte Sherwood w\u00e4hrend dieser Zeit die Welt des Blues, Ragtime und Boogie-Woogie f\u00fcr sich. Nach einem weiteren Aufenthalt in \u00c4gypten und einer Reise durch Griechenland, wandten sich die Sherwoods 1972 nach Kenia und lie\u00dfen sich in Nairobi nieder, wo sie, unterbrochen durch k\u00fcrzere Aufenthalte in Mombasa und Nakuru, acht Jahre lang lebten. Hier begann Gordon Sherwood ein Studium in Kisuaheli, das er mit Diplom abschloss. Er bem\u00fchte sich um eine F\u00f6rderung durch die Familie des Staatspr\u00e4sidenten Jomo Kenyatta, doch letztlich ohne Erfolg. Zunehmende Ehekonflikte und das Auslaufen der Aufenthaltsgenehmigung lie\u00dfen ihn 1980 einen Schlussstrich unter sein bisheriges Leben ziehen. Er trennte sich von Ruth und begab sich, vom Buddhismus begeistert, auf eine Reise durch S\u00fcdostasien. Mit seinem letzten Geld flog er von Singapur nach Oslo, von wo man ihn nach London abschob. Nachdem er dort erstmals gebettelt hatte, wurde er in die USA ausgewiesen und fand sich schlie\u00dflich in einem New Yorker Obdachlosenheim wieder. Nach kurzzeitiger finanzieller Unterst\u00fctzung durch seinen fr\u00fcheren Studienkollegen George Crumb ging Sherwood 1982 nach Paris.<\/p>\n\n\n\n<p>Zun\u00e4chst versuchte er dort an ein Gesch\u00e4ftsmodell anzukn\u00fcpfen, das er bereits w\u00e4hrend seiner Zeit im Libanon praktiziert hatte: seine Kompositionen an Passanten zu verkaufen. Bald allerdings merkte er, dass er mehr Geld verdienen konnte, wenn er die Leute direkt um Almosen bat. So entschied er sich f\u00fcr ein Leben nach dem Vorbild buddhistischer Bettelm\u00f6nche und wurde \u201eSelbst-Sponsor\u201c. Seine Zeit teilte er dabei streng ein: Einen Teil des Jahres widmete er dem Gelderwerb auf der Stra\u00dfe; war er finanziell gut genug abgesichert, zog er sich in Domizile zur\u00fcck, die ihm Freunde zur Verf\u00fcgung stellten, um ungest\u00f6rt zu komponieren, oder ging auf Reisen, um sich in fernen L\u00e4ndern zu eigenem Schaffen inspirieren zu lassen, stets mit einem Diktierger\u00e4t und einer Stimmgabel im Gep\u00e4ck. Vom offiziellen Musikleben mittlerweile v\u00f6llig abgeschnitten, als Komponist nur einer Anzahl kreuz und quer \u00fcber die Welt verstreuter Eingeweihter bekannt, wurde er 1995 durch Erdmann Wingerts Filmportrait <em>Der Bettler von Paris<\/em> einem deutschen Publikum vorgestellt. Die in Deutschland lebende russische Pianistin Masha Dimitrieva sah die Dokumentation zuf\u00e4llig im Fernsehen und nahm sofort Kontakt mit Gordon Sherwood auf, der sich zu dieser Zeit bevorzugt in Costa Rica aufhielt. Ihrem begeisterten Einsatz f\u00fcr sein Schaffen verdanken nicht nur mehrere Kompositionen Sherwoods ihre Entstehung, es gelang ihr auch 2004 dem fast 75-j\u00e4hrigen Komponisten zu seinem CD-Deb\u00fct zu verhelfen: F\u00fcr cpo hatte das Bayerische Landsjugendorchester unter der Leitung Werner Andreas Alberts neben der Ersten Symphonie die Sinfonietta op.&nbsp;101 und, mit Masha Dimitrieva als Solistin, das Klavierkonzert op.&nbsp;107 aufgenommen. Nachdem bereits im Jahr 2000 sein in Zusammenarbeit mit der Weltmusikgruppe Die Dissidenten entstandenes, oratorienartiges Werk <em>Memory of the Waters <\/em>op.&nbsp;113 (<em>Das Ged\u00e4chtnis des Wassers<\/em>, die originale Gattungsbezeichnung lautet \u201eDokumentar-Oper\u201c) in Berlin erfolgreich uraufgef\u00fchrt worden war, konnte Sherwood schlie\u00dflich noch erleben, wie seine Musik allm\u00e4hlich bekannt zu werden begann. Seit 2005 lebte er in der diakonischen Kolonie Herzogs\u00e4gm\u00fchle in Peiting, wo man sein Gesamtwerk digitalisierte. Solange es seine Gesundheit zulie\u00df, unternahm er auch von dort noch Reisen. Er starb 2013, kurz nachdem er die Zusage zur Urauff\u00fchrung seiner Dritten Symphonie op.&nbsp;118, der <em>Blues Symphony<\/em>, erhalten hatte.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><a href=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Sherwood-Klavierwerke.png\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Sherwood-Klavierwerke.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-5696\" width=\"398\" height=\"357\" srcset=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Sherwood-Klavierwerke.png 446w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Sherwood-Klavierwerke-300x269.png 300w\" sizes=\"(max-width: 398px) 100vw, 398px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Gordon Sherwood war ein unabh\u00e4ngiger K\u00fcnstler, der ausschlie\u00dflich Musik schuf, die seinen eigenen Vorstellungen von Sch\u00f6nheit und k\u00fcnstlerischer Vollendung entsprach. So wenig es ihn reizte, auf das R\u00fccksicht zu nehmen, was er einmal als Tagesmode oder Konvention erkannt hatte, so breit gestreut waren seine musikalischen Interessen: Indische Ragas, japanische Tempel- und arabische Volksmusik konnten ihn genauso in ihren Bann schlagen wie Johann Sebastian Bach und die Wiener Klassiker; Thomas \u201eFats\u201c Waller und Thelonious Monk nicht weniger als Arnold Sch\u00f6nberg, B\u00e9la Bart\u00f3k und Paul Hindemith. Abneigungen hegte er lediglich gegen primitive Milit\u00e4rmusik und die sentimentalen Lieder Stephen Fosters, die ihn an die traumatischen Erfahrungen seiner Jugendzeit erinnerten und ihm als klingende Entsprechungen materialistischer Weltsicht und entseeltem Funktionierenm\u00fcssens erschienen. Reizte ihn dagegen ein klingendes Ph\u00e4nomen zur k\u00fcnstlerischen Auseinandersetzung, so reagierte er darauf ohne Ber\u00fchrungs\u00e4ngste, sei es Musik von der Stra\u00dfe oder Beethovens op.&nbsp;111.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Entwicklung von einem \u201eFr\u00fch-\u201c zu einem \u201eSp\u00e4twerk\u201c l\u00e4sst sich bei Sherwood nicht feststellen. Er ist bereits in seinen ersten g\u00fcltigen Werken ein ebenso stilsicherer wie technisch virtuoser Komponist. Die Vorliebe f\u00fcr kontrapunktischen Tonsatz, dissonanzreiche Harmonik, chromatische Melodik, markante Rhythmen, unregelm\u00e4\u00dfige Metren und konzise Formung aus tonalen Spannungen heraus l\u00e4sst ihn als Vertreter einer f\u00fcr die USA der 1950er Jahre typischen Stilrichtung erscheinen, die der Musikhistoriker Walter Simmons als \u201eModern Traditionalism\u201c bezeichnet hat. Sherwood pflegte dieses Idiom sein ganzes Leben lang gewisserma\u00dfen als seinen \u201eGrundstil\u201c. Die von Blues und Jazz inspirierten Werke bauen ebenso darauf auf wie die folkloristischen. Lediglich wenn er streng auf den Spuren der Wiener Klassiker oder Johann Sebastian Bachs wandelt, beschr\u00e4nkt sich der Komponist auf die Kunstmittel der traditionellen Funktionsharmonik, handhabt diese allerdings auf so charakteristische Weise, dass bei aller Anlehnung an die Vorbilder ein \u201eechter Sherwood\u201c entsteht.<\/p>\n\n\n\n<p>Sherwood war sich sicher, dass sich seine pers\u00f6nliche Ausdrucksweise in jeder seiner Kompositionen zeige, gleich welchen Aufgaben er sich in dem jeweiligen St\u00fcck gestellt hatte. Es st\u00f6rte ihn folglich auch nicht, dass sein Werk f\u00fcr manchen Beobachter eklektisch, ja auf den ersten Blick betont uneinheitlich wirken musste. Dabei lag ihm kaum etwas ferner als ein ungef\u00fcges Nebeneinander disparater Elemente. \u00dcberblickt man sein Gesamtschaffen, so f\u00e4llt im Gegenteil auf, dass er ganz genau abwog, welche Stile er in seinen Kompositionen wie zusammenbrachte. Das scheinbar ungefilterte Einstr\u00f6men verschiedenster akustischer Reize gibt es bei ihm sehr wohl. In der autobiographischen <em>Beggar Cantata<\/em> op.&nbsp;99, in der er seine Zeit auf den Stra\u00dfen von Paris thematisiert, dient es ihm als Mittel zur Darstellung des gro\u00dfst\u00e4dtischen Chaos, mit dem sich der Held des Werkes herumzuschlagen hat. Auf \u00e4hnliche Weise l\u00e4sst er im <em>Ged\u00e4chtnis des Wassers<\/em>, ganz unterschiedliche Musikidiome aufeinander treffen, um das kulturelle und historische Erbe der Donauregion zu verdeutlichen. Doch sind dies programmatisch motivierte Einzelf\u00e4lle. Im \u00dcbrigen liegt den Sherwoodschen Kompositionen die Grundidee der Synthese zugrunde: Der Komponist sp\u00fcrt im musikalischen Material Verbindungen auf, um Einheit zwischen verschiedenen Musiksph\u00e4ren zu stiften. Sein Gesp\u00fcr f\u00fcr tonale Zusammenh\u00e4nge \u2013 in klassischem Dur-Moll wie im Blues, im modern-dissonanten Tonsatz wie in nichtabendl\u00e4ndischen Volksmusikmodi \u2013 ist ihm dabei ein zuverl\u00e4ssiger Kompass. Stets formbewusst, sorgt Sherwood in allen seinen Werken f\u00fcr eine wohlproportionierte Entfaltung der jeweiligen musikalischen Gedanken und tendiert eher zur K\u00fcrze als zur L\u00e4nge. Die meisten seiner sonatenf\u00f6rmigen Instrumentalwerke dauern deutlich weniger als eine halbe Stunde.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><a href=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Sherwood-Orchesterwerke.jpg\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Sherwood-Orchesterwerke.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5697\" width=\"389\" height=\"389\" srcset=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Sherwood-Orchesterwerke.jpg 600w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Sherwood-Orchesterwerke-300x300.jpg 300w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Sherwood-Orchesterwerke-150x150.jpg 150w\" sizes=\"(max-width: 389px) 100vw, 389px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Sherwood hinterlie\u00df ein Gesamtwerk von 143 Opuszahlen, darunter drei Symphonien, ein Klavierkonzert, mehrere Dutzend Kammermusikwerke vom Solo bis zum Oktett, vier Klaviersonaten und zahlreiche kleinere Klavierst\u00fccke, Chormusik von der A-cappella-Motette bis zur symphonischen Kantate und \u00fcber 80 Lieder. Zehn Jahre nach seinem Tode liegt nur ein kleiner Teil dieses Schaffens gedruckt vor. F\u00fcnf Werke (der Klavierzyklus <em>Boogie Canonicus<\/em> op.\u00a050, die <em>Sonata in Blue<\/em> f\u00fcr Klavier zu vier H\u00e4nden op.\u00a066, 4 Duos f\u00fcr Fl\u00f6te und Viola op.\u00a0102, die <em>Blues Symphony<\/em> op.\u00a0118 und 10 St\u00fccke f\u00fcr Altsaxophon solo op.\u00a0125) sind bei Ries\u00a0&amp;\u00a0Erler erschienen. Die <em>Beggar Cantata<\/em> und die 3 St\u00fccke f\u00fcr Chor a cappella op.\u00a035 k\u00f6nnen vom Verlag Sonus Eterna erworben werden. Letzterer hat auch den Gro\u00dfteil der bislang erschienenen Sherwood-CDs ver\u00f6ffentlicht. Unter Federf\u00fchrung Masha Dimitrievas, der Verwalterin des k\u00fcnstlerischen Nachlasses Sherwoods, entstanden bislang jeweils zwei CDs mit Klavierwerken und Liedern (gesungen von Felicitas Breest). In absehbarer Zeit wird sich ihnen eine Aufnahme der Orgelkompositionen, eingespielt von Kevin Bowyer, anschlie\u00dfen. Von Sherwoods Orchestermusik kann man sich durch das bereits erw\u00e4hnte cpo-Album mit der Symphonie Nr.\u00a01, dem Klavierkonzert und der Sinfonietta ein Bild machen. F\u00fcr Telos Music haben Matthias Veit und Henning Lucius die <em>Sonata in Blue<\/em> aufgenommen. Die 4 St\u00fccke f\u00fcr Harfe op.\u00a0135 gibt es auf einer Eigenproduktion der Harfenistin Xenia Narati zu h\u00f6ren, das Posaunenquartett op.\u00a087 auf dem Album \u201eTrombonismos\u201c von Trombones de Costa Rica. Die Dissidenten haben den Urauff\u00fchrungsmitschnitt von <em>Memory of the Waters<\/em> herausgebracht. Bei Archipel erschien 2022 die Auff\u00fchrung des Finales der Ersten Symphonie durch das New York Philharmonic unter Dimitri Mitropoulos aus dem Jahr 1957.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr weiterf\u00fchrende Informationen stehen Masha Dimitrieva und der Verlag Sonus Eterna zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>[Norbert Florian Schuck, Mai 2023]<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Lebenslauf Gordon Sherwoods darf mit Fug und Recht als einer der ungew\u00f6hnlichsten gelten, die sich in der Musikgeschichte finden lassen. 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