{"id":5833,"date":"2023-08-20T18:33:21","date_gmt":"2023-08-20T16:33:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/?p=5833"},"modified":"2023-08-20T18:33:25","modified_gmt":"2023-08-20T16:33:25","slug":"eine-kompakte-reiche-box-an-methoden-fuer-den-instrumentalunterricht","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2023\/08\/20\/eine-kompakte-reiche-box-an-methoden-fuer-den-instrumentalunterricht\/","title":{"rendered":"Eine kompakte, reiche Box an Methoden f\u00fcr den Instrumentalunterricht"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Corina Nastoll: \u00dcben geht klar! Effizient und mit Freude \u00fcben. <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>(Schott: \u00fcben &amp; musizieren spezial<\/strong>)<\/p>\n\n\n\n<p>UM 5031; ISBN: 978-3-7957-3094-9<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/ueben-geht-klar-corina-nastoll.webp\"><img loading=\"lazy\" width=\"424\" height=\"600\" src=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/ueben-geht-klar-corina-nastoll.webp\" alt=\"\" class=\"wp-image-5834\" srcset=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/ueben-geht-klar-corina-nastoll.webp 424w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/ueben-geht-klar-corina-nastoll-212x300.webp 212w\" sizes=\"(max-width: 424px) 100vw, 424px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Das Thema \u00dcBEN prangt in all seinen Facetten omnipr\u00e4sent \u00fcber dem Alltag aller Musikschaffenden wie auch aller Musikp\u00e4dagogen. Ausgebildete Profimusiker besch\u00e4ftigen sich ihr Leben lang damit, wie man am besten, am effizientesten und am zielf\u00fchrendsten die Zeit am Instrument ausnutzt \u2013 haben dabei, und das macht den Profi aus, stets gro\u00dfe Ziele vor Augen. Nun gelten in der P\u00e4dagogik ganz andere Voraussetzungen. Denn wie will man Sch\u00fclern, welche solche Ziele nicht haben, die ohne gro\u00dfe Ambitionen \u2013 oder gar nur, weil es die Eltern wollen \u2013 ihr Instrument erlernen, die vielleicht die Motivation der Anfangsphase verloren haben, den Zugang zur Musik erm\u00f6glichen? Wie die Freude am Spielen? Wie will man Ziele \u00fcberhaupt etablieren? Hier\u00fcber gibt es zahlreiche Ans\u00e4tze, Methoden und nat\u00fcrlich Lekt\u00fcre; das Feld wird nun bereichert durch ein kompaktes wie ausgesprochen lohnenswertes Heft von Corina Nastoll.<\/p>\n\n\n\n<p>Der gro\u00dfe Verdienst von Corina Nastolls Sammlung aus acht Artikeln unter der \u00dcberschrift \u201e\u00dcben geht klar!\u201c liegt gerade darin, dass sie auf diejenigen Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler eingeht, die nicht von selbst ihren Weg zur Musik erkennen, sondern welche die Unterst\u00fctzung tatkr\u00e4ftiger P\u00e4dagoginnen und P\u00e4dagogen ben\u00f6tigen, Spa\u00df am Instrument (wieder) zu entdecken und sich im Idealfall eigenst\u00e4ndige Ziele zu setzen. Den Lesern bietet sie ein reiches Feld an Ideen und Methoden, sich solchen Sch\u00fclern zu widmen, stellt Arbeitsbl\u00e4tter bereit und verweist auf vielseitige weiterf\u00fchrende Literatur: B\u00fccher, Podcasts, Apps, Videos \u2013 ein Gro\u00dfteil kostenfrei zug\u00e4nglich. Auf kompakten 43 Seiten im A4-Format geb\u00fcndelt, in acht Artikel separiert und durch Unter\u00fcberschriften gegliedert, mit Bildern aus dem \u00dcbealltag und kleinen K\u00e4stchen mit Tipps und weiterf\u00fchrenden Hinweisen ansprechend gestaltet, l\u00e4dt das Heft auch zur Lekt\u00fcre f\u00fcr zwischendurch ein und kann immer wieder wertvollen Input geben, der sogleich auf den eigenen Unterricht \u00fcbertragbar ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Leitthema dieses Heftes besteht darin, \u00dcbeunlust zu \u00fcberwinden. Corina Nastolls Methodik st\u00fctzt sich in erster Linie auf einen pers\u00f6nlichen Zugang und eine individuelle, sprich gewisserma\u00dfen von Methodik ferne, Ann\u00e4herung an die Bed\u00fcrfnisse der Sch\u00fcler: Zun\u00e4chst gilt es, ein angenehmes, stressfreies Unterrichtsklima zu schaffen, in dem sich die Sch\u00fcler \u00f6ffnen und entfalten k\u00f6nnen, um von dort aus die Reise zu starten. Hier angekommen, beginnt sie, die Gr\u00fcnde f\u00fcr die mangelnde Motivation herauszukristallisieren: Zeitprobleme, Rahmenbedingungen zuhause, psychosoziale Ursachen, also alles von gewissen Entwicklungsphasen der Kinder und Jugendlichen zu sozialer Einbindung, \u00fcbertriebenen Anspr\u00fcchen bis zu mangelnden Beziehungen zuhause oder im Unterricht. Selbstreflektiert geht Corina Nastoll immer wieder auch auf die Unterrichtsgestaltung ein, sucht auch hier Gr\u00fcnde f\u00fcr \u00dcbeunlust. Damit etabliert sie in erster Linie die Unterrichtsweise zum Kernthema, l\u00e4sst das eigene Unterrichten immer wieder hinterfragen, in Folge dessen aktualisieren und personalisieren. Dazu erstellte sie auch mehrere Vorlagen f\u00fcr Feedbackb\u00f6gen.<\/p>\n\n\n\n<p>In den folgenden Artikeln geht Nastoll darauf ein, wie P\u00e4dagogen die erkannten Gr\u00fcnde neutralisieren und \u00fcberw\u00e4ltigen k\u00f6nnen. Zun\u00e4chst beschreibt sie Methoden, den inneren \u201e\u00dcbecoach\u201c, also die oft l\u00e4hmenden Stimmen im Kopf der Eleven, positiv zu beeinflussen: Dazu geh\u00f6rt, zu loben, W\u00fcnsche an das Spiel nicht als Kritik, sondern als aufbauende Elemente darzustellen, und nicht zuletzt, Fehler zu akzeptieren. Sie arbeitet an \u201eSoft Skills\u201c, besonders dem H\u00f6ren in Verbindung mit dem Instrument, will den Sch\u00fclern helfen, \u201eVertrauen\u201c zu sich selbst zu st\u00e4rken, und zielt darauf, die \u201eVersenkung\u201c, den sogenannten Flow, zu manifestieren, um noch mehr im Instrument aufzugehen. Eine hier bemerkenswerte Erkenntnis ist, dass Sch\u00fcler oftmals mit prall gef\u00fcllten Gedanken in den Unterricht kommen und eigentlich gar nicht bereit sind f\u00fcr die intensive, den gesamten Fokus fordernde Arbeit. Hierf\u00fcr stellt Corina Nastoll eine Reihe an kurzen, dadurch unterrichtsgeeigneten Konzentrations\u00fcbungen ohne Instrument vor, um von den ablenkenden Gedanken Abstand zu gewinnen und sich neu sammeln zu k\u00f6nnen. Ebenso erkl\u00e4rt sie die Rolle des Einspielens und der Stille im Unterricht.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein weiterer zentraler Punkt gerade im Umgang mit Kindern und Jugendlichen ist die soziale Einbindung: So sehr das Instrument auch Spa\u00df macht, wir verbringen viel Zeit zu Hause alleine am \u00dcben, was dem sozialen Drang oft entgegensteht. So erkl\u00e4rt Corina Nastoll die Bedeutung von Gruppenunterricht und zeigt auf, wie dieser effizient genutzt werden kann; sie spricht sich klar f\u00fcr Ensembles aus und hebt Musizier-Partnerschaften hervor, wo auch Sch\u00fcler unterschiedlichen Niveaus voneinander profitieren k\u00f6nnen. Schlie\u00dflich setzt sie f\u00fcr ihre Sch\u00fcler klare, erreichbare und motivierende Ziele, die auf die Interessen der Sch\u00fcler angepasst sind, auch lange Ferien \u00fcberdauern und sich erneut auf die \u00dcbermethodik zur\u00fcckbeziehen. Auch hier stehen zahlreiche Arbeitsbl\u00e4tter parat.<\/p>\n\n\n\n<p>In einem getrennten Abschnitt behandelt Nastoll das \u00dcben mit erwachsenen Sch\u00fclern, die ganz eigene Erfahrungen mitbringen und andere Ziele verfolgen: Meist steht hier nicht der virtuose Vortrag, sondern das Absetzen vom Alltag, die Zeit f\u00fcr sich, im Vordergrund. Dies bedarf ganz anderer Methodik. Auch hier gibt Corina Nastoll \u00dcbungen zum \u00dcben, zum Integrieren des Instruments in den Alltag und zum Wohlbefinden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>[Oliver Fraenzke, August 2023]<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Corina Nastoll: \u00dcben geht klar! Effizient und mit Freude \u00fcben. 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