{"id":6009,"date":"2023-12-18T22:47:40","date_gmt":"2023-12-18T21:47:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/?p=6009"},"modified":"2023-12-30T23:38:28","modified_gmt":"2023-12-30T22:38:28","slug":"auf-der-suche-nach-dem-glueck","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2023\/12\/18\/auf-der-suche-nach-dem-glueck\/","title":{"rendered":"Auf der Suche nach dem Gl\u00fcck"},"content":{"rendered":"\n<p>Capriccio, C5506; EAN: 0845221055060<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><a href=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Cover-Der-blaue-Vogel.jpg\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Cover-Der-blaue-Vogel-1024x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6010\" width=\"500\" height=\"500\" srcset=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Cover-Der-blaue-Vogel-1024x1024.jpg 1024w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Cover-Der-blaue-Vogel-300x300.jpg 300w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Cover-Der-blaue-Vogel-150x150.jpg 150w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Cover-Der-blaue-Vogel-768x768.jpg 768w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Cover-Der-blaue-Vogel.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Rundfunkchor und Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin haben unter der Leitung von Steffen Tast Engelbert Humperdincks Schauspielmusik zu Maurice Maeterlincks Weihnachtsm\u00e4rchen <\/em>Der Blaue Vogel <em>eingespielt. Als Erz\u00e4hler ist Juri Tetzlaff zu h\u00f6ren.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die ultimative Weihnachtsoper f\u00fcr die Familie ist zweifelsohne Engelbert Humperdincks <em>H\u00e4nsel und Gretel<\/em>. Bei Jung und Alt gleicherma\u00dfen beliebt, ist sie zur Adventszeit nicht aus dem Spielplan deutschsprachiger B\u00fchnen weg zu denken. Doch wer wei\u00df schon, dass der 1854 geborene Komponist weitere m\u00e4rchenhafte, f\u00fcr Kinder geeignete Stoffe vertonte und Sammlungen volkst\u00fcmlicher Lieder herausgab. Beispielsweise die Oper <em>Dornr\u00f6schen<\/em> oder das Krippenspiel <em>B\u00fcbchens Weihnachtstraum<\/em> und auch die Schauspielmusik zu Maurice Maeterlincks <em>Der blaue Vogel<\/em>, um die es hier geht. 1911 hatte das Drama in Wien Premiere, ein Jahr sp\u00e4ter brachte es das Deutsche Theater Berlin heraus. Regie f\u00fchrte Max Reinhardt, der mit Humperdinck am gleichen Ort schon bei drei seiner Shakespeare-Inszenierungen und Aristophanes\u2018 <em>L<\/em><em>ysistrata<\/em> zusammengearbeitet hatte. Die Auff\u00fchrung wurde zum Publikumsrenner, aus kulturpolitischen Gr\u00fcnden jedoch bald aus dem Repertoire genommen. Die Musik geriet dar\u00fcber in Vergessenheit, zumal Rechtsstreitigkeiten zwischen Maeterlincks und Humperdincks Verlag einen Druck verhinderten. So schlummerte die Partiturhandschrift in einer Bibliothek, bis sie der Dirigent und Geiger Steffen Tast aufsp\u00fcrte und die Orchesterstimmen herstellte. Zu guter Letzt entstand in Kooperation zwischen dem Deutschlandfunk Kultur und dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin (RSB) eine von Tast geleitete CD-Einspielung f\u00fcr das Label Capriccio.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Der blaue Vogel<\/em> symbolisiert das Gl\u00fcck, das nicht zu greifen, aber manchmal n\u00e4her ist, als gedacht. Das erfahren die Geschwister Mytyl und Tyltyl bei der Suche nach dem Tier, das allein die Schwermut einer Feentochter heilen kann. Auf der Reise durch fantastische Welten begegnen sie wunderlichen Figuren und lebendig gewordenen Gegenst\u00e4nden, das Federvieh jedoch finden sie nicht. Am Ende erkennen sie: alles war nur ein Traum. Den Vogel aber gibt es wirklich, es ist eine Stubentaube, die zu Hause von Tyltyl gehalten wird und das M\u00e4dchen \u2013 real die Nachbarin \u2013 gesund macht. Die Musik verbindet, f\u00fcr Humperdinck typisch, eing\u00e4ngige Melodik und sp\u00e4tromantische \u00dcppigkeit. Nach einer sanft flie\u00dfenden Ouvert\u00fcre, deren Hauptmotiv im Verlauf stetig wieder aufgegriffen wird, illustrieren schillernde Orchesterfarben das Geschehen. Es sind manchmal nur sinfonische Miniaturen, doch pr\u00e4gnant und stimmungsvoll instrumentiert: ein Fl\u00f6tensolo kennzeichnet etwa den Vogel, eine s\u00fc\u00dfe Geigenmelodie die Gro\u00dfeltern. Es gibt einen Sternenreigen im Walzerrhythmus, wuchtige Glocken und der Chor \u201eO du fr\u00f6hliche\u201c verbreiten Weihnachtsatmosph\u00e4re. Die kommt auch beim Anh\u00f6ren der Aufnahme auf. Der Rundfunkchor Berlin, das RSB und Steffen Tast als Spiritus rector schwelgen in so poetischen wie festlichen Kl\u00e4ngen, dazu erz\u00e4hlt der KiKA-Moderator Juri Tetzlaff die von ihm und Tast zeitgem\u00e4\u00df und kindgerecht aufpolierte Geschichte. Das macht der versierte Sprecher vorz\u00fcglich: variabel im Tonfall und pointiert charakterisierend, dabei aber nie \u00fcbertreibend. Eine Bonus-CD enth\u00e4lt die als <em>Sieben symphonische Bilder<\/em> bezeichnete reine Musik Humperdincks. <em>Der blaue Vogel<\/em> verdient einen Platz unterm Christbaum. Denn wo kann man w\u00e4hrend der Festtage besser diesem M\u00e4rchen lauschen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>[Karin Coper, Dezember 2023]<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Capriccio, C5506; EAN: 0845221055060 Rundfunkchor und Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin haben unter der Leitung von Steffen Tast Engelbert Humperdincks Schauspielmusik zu Maurice Maeterlincks Weihnachtsm\u00e4rchen Der Blaue Vogel eingespielt. Als Erz\u00e4hler ist Juri Tetzlaff zu h\u00f6ren. Die ultimative Weihnachtsoper f\u00fcr die Familie ist zweifelsohne Engelbert Humperdincks H\u00e4nsel und Gretel. 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