{"id":649,"date":"2016-04-01T18:00:40","date_gmt":"2016-04-01T16:00:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/?p=649"},"modified":"2016-03-28T23:44:28","modified_gmt":"2016-03-28T21:44:28","slug":"cpo-schlaegt-wieder-zu","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2016\/04\/01\/cpo-schlaegt-wieder-zu\/","title":{"rendered":"cpo schl\u00e4gt wieder zu"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center\">Friedrich Gernsheim\u00a0 (1839-1916)<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Violinkonzert Nr. 1 op. 42 in D-Dur<br \/>\nFantasiest\u00fcck f\u00fcr Violine und Orchester op. 33 in D-Dur<br \/>\nViolinkonzert Nr. 2 op. 86 in F-Dur<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Linus Roth, Violine<br \/>\nHamburger Symphoniker<br \/>\nJohannes Zurl<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">cpo 777 861 \u2013 2<br \/>\n7 61203 78612 1<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/0038.jpg\" rel=\"attachment wp-att-650\"><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-650 aligncenter\" src=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/0038-300x260.jpg\" alt=\"This is a free design for Deviantart Photoshop Files. 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Nie geh\u00f6rt!<br \/>\nUnd wieder hat cpo \u201ezugeschlagen\u201c und eine CD ver\u00f6ffentlicht, die grandiose unbekannte Musik bereith\u00e4lt. \u201eDas Wichtigste in der Musik, mein Freund, ist die Melodie!\u201c, soll Gioacchino Rossini zu Gernsheim in Paris gesagt haben. Gernsheim hat sich daran gehalten, denn seine drei Kompositionen auf dieser CD \u2013 die beiden Violinkonzerte und das Fantasiest\u00fcck f\u00fcr Violine und Orchester \u2013 stecken voller erinnerungsw\u00fcrdigen Melodien \u2013 welch eine wunderbare Neuentdeckung eines Komponisten, an dem sich sicher viele seiner Vorbilder fest machen lassen, der aber doch einen ganz eigenen Stil und seine ureigensten Kl\u00e4nge und musikalischen Strukturen komponiert hat, die \u00e4u\u00dferst ansprechend und mitrei\u00dfend sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Schon der Anfang des ersten Konzerts, bevor der Solist \u2013 hervorragend Linus Roth! \u2013 nach 54 Takten einsetzt, sind \u00fcberraschend und machen neugierig auf das, was folgt. In Satz 1 und 2 hat der Solist Gelegenheit, in zwei brillianten Kadenzen seine ganze Kunst und sein K\u00f6nnen zu zeigen. Von D-Dur im ersten Satz moduliert der zweite nach E-Dur, und dann ist H-Dur dran, also nicht allzu klassisch. Wobei dem Komponisten, der schon fr\u00fch als Wunderkind auf Klavier und Geige re\u00fcssierte \u2013 das Booklet von Jens Laurson gibt reiche Auskunft \u00fcber Weg und Schicksal des Komponisten \u2013, das allzu Klassische vermutlich kaum wichtig gewesen sein d\u00fcrfte. Seine Musik klingt jedenfalls so \u00fcberzeugend und frisch, dass es hoffentlich bald viele weitere CDs mit Musik von Friedrich Gernsheim geben wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Auch das Fantasiest\u00fcck op. 33 f\u00fcr Violine und Orchester ist eine gelungene, melodi\u00f6se Komposition, und ganz besonders das zweite Violin-Konzert op. 86 in F-Dur, das mit einer unerh\u00f6rt spielfreudigen und bewegenden Musik aufwartet. Der dritte Satz ist ein richtiger rhythmischer und\u00a0 virtuoser \u201eRei\u00dfer\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Wie gut, dass der interessierte H\u00f6rer, die interessierte H\u00f6rerin vieles von Gernsheim via Internet mitlesen oder sogar ausdrucken kann, das gibt doch einen ganz anderen Einblick in die Kompositionen, in die Potenziale dieser Musik. Zusammen mit den engagierten Plattenfirmen wird so der sowieso schon riesige Kosmos der Musik auf erfreuliche und oft \u00fcberraschende Weise erweitert, auch wenn der allgemeine Musikbetrieb \u2013 von wenigen Ausnahmen abgesehen \u2013 immer noch die gleiche Repertoire-Einfalt breit und breiter vor sich herschiebt. Aber freuen wir uns \u00fcber das Erfreuliche, denn dort liegt die Zukunft, auch wenn sie vor langer Zeit ins Leben gerufen wurde. Neben Mendelssohn, Schumann, Brahms, Bruch, Strauss, Busoni und Pfitzner, auch den gro\u00dfen Au\u00dfenseitern Hermann Goetz und Hans Huber, hat das deutschsprachige Musikleben der romantischen Epoche so wunderbare Violinkonzerte wie die beiden Gernsheim\u2019schen hervorgebracht, das l\u00e4sst uns beinahe ungl\u00e4ubig staunen, wie hoch die Qualit\u00e4t des Wiederzuentdeckenden sein kann.<\/p>\n<p><strong>[Ulrich Hermann, M\u00e4rz 2016]<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Friedrich Gernsheim\u00a0 (1839-1916) Violinkonzert Nr. 1 op. 42 in D-Dur Fantasiest\u00fcck f\u00fcr Violine und Orchester op. 33 in D-Dur Violinkonzert Nr. 2 op. 86 in F-Dur Linus Roth, Violine Hamburger Symphoniker Johannes Zurl cpo 777 861 \u2013 2 7 61203 78612 1 Friedrich Gernsheim? Nie geh\u00f6rt! 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