{"id":656,"date":"2016-04-04T18:40:43","date_gmt":"2016-04-04T16:40:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/?p=656"},"modified":"2016-04-04T18:41:06","modified_gmt":"2016-04-04T16:41:06","slug":"frauenrollen-und-frauengestalten","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2016\/04\/04\/frauenrollen-und-frauengestalten\/","title":{"rendered":"Frauenrollen und Frauengestalten"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center\">Carattere di Donne<br \/>\nFrauenrollen und Frauengestalten bei Schubert, Rossini und Verdi<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Cornelia Lanz, Mezzosopran<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Stefan Laux, Klavier<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">H\u00e4nssler Classic<br \/>\nHC16019<br \/>\n8 81488 126019 2<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/0039.jpg\" rel=\"attachment wp-att-657\"><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-657 aligncenter\" src=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/0039-300x260.jpg\" alt=\"This is a free design for Deviantart Photoshop Files. 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Nicht so in diesem Booklet: Hier l\u00e4sst sich der Pianist Stefan Laux ausgiebig und exklusiv \u00fcber die Wichtigkeit der Klavierbegleitung und des Klavier bei Schubert aus, dann kommt \u2013 nach den notwendigen Texten, denn wie \u00fcblich verst\u00fcnde man den gesungenen Text ohne Beilage kaum \u2013 dazu nachher mehr! \u2013 der ausf\u00fchrliche Lebenslauf des Begleiters, bevor am Schluss die eigentliche Hauptperson der CD, die S\u00e4ngerin Cornelia Lanz, zu ihrem Recht kommt. Wobei ihre Beschreibung wieder einmal \u2013wie so oft \u2013 prim\u00e4r aus name-dropping besteht, mit wem sie schon ber\u00fchmterweise zusammen sich hat h\u00f6ren lassen und welche Ber\u00fchmtheit sie folglich eigentlich ist.\u00a0 Das also ist der erste Eindruck, der sich leider beim Anh\u00f6ren nur best\u00e4tigt: Die Klavierbegleitung dr\u00e4ngt sich bei fast allen Schubert-Liedern ungeb\u00fchrlich in den Vordergrund, obwohl sie \u2013 bei allem wohlverdienten Anspruch \u2013 doch eben der \u201eBegleitung\u201c des S\u00e4ngers, der S\u00e4ngerin zu dienen hat; au\u00dfer an den Stellen \u2013 die es nat\u00fcrlich gibt \u2013, wo das Klavier fortf\u00fchrt, entscheidend kommentiert oder erg\u00e4nzt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Dass die sehr genauen Dynamik-Vorschriften und Tempovorgaben\u00a0 &#8211; wobei zu ber\u00fccksichtigen ist, dass die Musiker von damals keine h\u00f6heren Geschwindigkeiten kannten als ein galoppierendes Pferd, und weder Radio noch TV noch CD oder sonstiges Entertainment hatten &#8211;\u00a0 vom Pianisten und der S\u00e4ngerin oft nicht oder nur teilweise beachtet werden, ist zudem fragw\u00fcrdig \u2013 es gibt bei Schubert, vor allem, wenn man die damaligen Klaviere mit\u00a0 ber\u00fccksichtigt, vom ppp bis zum fff alle Stufen mit s\u00e4mtlichen Zwischenwerten,\u00a0 auch bei den Tempoangaben ist Schubert ungemein vielseitig und genau, aber das scheinen f\u00fcr die Auff\u00fchrenden nur Marginalien zu sein. Und nat\u00fcrlich ist beim heutigen Gesangsunterricht die Stimme das Wichtigste, die Poesie oder das Wort sind zumindest sekund\u00e4r, wenn nicht v\u00f6llig ausgeklammert. Aber Musik und Poesie sind Geschwister, und vor allem beim Lied bilden\u00a0 die beiden im idealen Fall zusammen einen Gipfel und nicht einen Berg, bei dem die eine Flanke, n\u00e4mlich die Musik das \u00dcbergewicht haben soll, sonst entsteht statt eines Gipfels nur eine seltsame Abplattung. Hans Gal beschreibt in seinem Buch \u201eSchubert und die Melodie\u201c (dem meines Erachtens besten Buch \u00fcber Franz Schubert) solch ein \u201eGipfelerlebnis\u201c als Ziel jeglichen Liedgesangs. Die Sentenz \u201eprima la musica \u00e8 poi le parole\u201c mag bei der Oper eine gewisse Berechtigung haben, aber beim Lied ist diese Reihenfolge v\u00f6llig verfehlt. Man bedenke nur, wie normalerweise vom Text die Energie zur Vertonung ausgeht, wie also das Gedicht das Prim\u00e4re ist, dann gesellt sich die Musik dazu, im allerbesten Fall \u2013 wie eben bei Schubert und \u00e4hnlichen Liedmeistern \u2013 als gleichberechtigte Schwester, aber nicht als \u00fcbergeordnete \u201eHerrscherin\u201c. Und auch heute noch machen S\u00e4nger wie Herr Gerhaher deutlich, wie solch ein Gipfelerlebnis sich anh\u00f6ren kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Im Gro\u00dfen und Ganzen ein zwar interessantes Thema f\u00fcr eine Lieder-CD, aber vom Begleiter und auch von der S\u00e4ngerin kein \u201eGipfelerlebnis\u201c!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>[Ulrich Hermann, M\u00e4rz 2016]<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Carattere di Donne Frauenrollen und Frauengestalten bei Schubert, Rossini und Verdi Cornelia Lanz, Mezzosopran Stefan Laux, Klavier H\u00e4nssler Classic HC16019 8 81488 126019 2 Merkw\u00fcrdig! 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