{"id":740,"date":"2016-04-23T21:57:06","date_gmt":"2016-04-23T19:57:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/?p=740"},"modified":"2016-04-24T00:12:22","modified_gmt":"2016-04-23T22:12:22","slug":"komponistenportrait-chuquisengo","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2016\/04\/23\/komponistenportrait-chuquisengo\/","title":{"rendered":"[Rezensionen im Vergleich] Komponistenportrait Juan Jos\u00e9 Chuquisengo"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\">22. April 2016 20 Uhr im FM Z<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Tango \u2013 Inka \u2013 Lilburn\u00a0 &#8211; Beethoven<br \/>\nPortrait Juan Jos\u00e9 Chuquisengo<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Ottavia Maria Maceratini Klavier<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Symphonia Momentum-Quintett<br \/>\nRebekka Hartmann, Violine<br \/>\nAnna M\u00f6llers, Violine<br \/>\nShasta Ellenbogen, Viola<br \/>\nNargiza Yusupova, Violoncello<br \/>\nArtem Ter-Minassian, Kontrabass<br \/>\nJuan Jos\u00e9 Chuquisengo, Dirigent<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/IMG_2099.jpg\" rel=\"attachment wp-att-741\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-741\" src=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/IMG_2099-300x225.jpg\" alt=\"IMG_2099\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/IMG_2099-300x225.jpg 300w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/IMG_2099.jpg 320w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Mariano Mores (1918 \u2013 13.4.2016 arr. J.J. Chuquisengo<br \/>\nTaquito militar (Milonga) f\u00fcr Violine und Klavier<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Juan Jos\u00e9 Chuquisengo<br \/>\nGuerrero Andino f\u00fcr Klavier Solo DEA<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Juan Jos\u00e9 Chuquisengo<br \/>\nTango-Metamorphosen f\u00fcr Streichquintett UA<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Douglas Lilburn (1915 -2001)<br \/>\nThree Canzonettas f\u00fcr Violine und Viola (1943\/1958)<br \/>\nDuo Nr. 5 f\u00fcr 2 Violinen (1954)<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Ludwig van Beethoven (1770-1827)<br \/>\nKlavierkonzert Nr. 1 C-Dur op. 15 (1795)<br \/>\nArr. F\u00fcr Klavier und Streicher von Vinzenz Lachner (1811-1893)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Welch ein Abend im ausverkauften, proppevollen Konzertsaal des FMZ! Ein Programm von den Anden \u00fcber \u201edown under\u201c bis zum Wienerwald, vom peruanischen, in M\u00fcnchen lebenden Komponisten und Pianisten Juan Jos\u00e9 Chuquisengo \u00fcber den Neuseel\u00e4nder Douglas Lilburn zur\u00fcck zum Wiener Altmeister Ludwig van \u2026, was f\u00fcr ein musikalischer Bogen! Sehr temperamentvoll gleich der Beginn mit Mariano Mores\u2019 Milonga f\u00fcr Violine und Klavier, die bei Ottavia Maria Maceratini und Rebekka Hartmann in besten H\u00e4nden war.<br \/>\nDie Erinnerung an einen au\u00dfergew\u00f6hnlichen Mann in den Anden hatte Juan Jos\u00e9 Chuquisengo zu seinem Klavierst\u00fcck Guerrero Andino (Andenkrieger) animiert. Da er selbst ein \u00fcberragender Pianist ist, war die deutsche Erstauff\u00fchrung dieser Komposition \u2013 sie paraphrasiert frei Stilelemente der indianischen Kultur \u2013 \u00fcber die Verwendung des gesamten Klangspektrums des Fl\u00fcgels angef\u00fcllt mit virtuosesten Trillerketten und darunter oder dar\u00fcber liegenden Melodien.<br \/>\n(Mehr \u00fcber Ottavia Maria Maceratinis sensationelles Klavierspiel kann man auch bei \u201eThe New Listener\u201c nachlesen \u00fcber ihr <a href=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2016\/04\/13\/arabesken-fantasien-andenkrieger-2\/\">Debut in der Z\u00fcricher Tonhalle<\/a> vor wenigen Tagen.)<br \/>\nJedenfalls meisterte sie die immensen Schwierigkeiten gelassen und bravour\u00f6s, vom leisesten pianissimo zum auftrumpfendsten Fortississimo ist ihr Ton immer kraftvoll und nie hart. Diese Klavierfantasie hat das Zeug. zu einem der ganz gro\u00dfen Repertoirest\u00fccke der neuesten Klavierliteratur zu werden. (Allerdings werden es nur wenige Spieler so spielen k\u00f6nnen, wie wir es an diesem Abend erleben durften.)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach dem KlavierKlangErlebnis war die B\u00fchne frei f\u00fcr die Urauff\u00fchrung von Juan Jos\u00e9 Chuquisengos \u201eTango-Metamorphosen\u201c f\u00fcr Streichquintett von 2014. Die f\u00fcnf Streicher des Symphonia Momentum-Streichquintetts unter der Leitung des Komponisten selber hoben das Werk aus der Taufe.<br \/>\nNach einer kurzen Einleitung der Viola, des Cellos und des Kontrabasses beginnt ein rhythmisch \u00e4u\u00dferst vertracktes Spiel der Streicher, ab und zu unterbrochen durch sanfte, fast schwebende Passagen. Viele M\u00f6glichkeiten zu ungew\u00f6hnlichen Klangeffekten \u2013 z.B. Schl\u00e4ge auf das Holz der Instrumente oder Kratzger\u00e4usche \u2013 wechseln ab mit Ausbr\u00fcchen verschiedenster melodi\u00f6ser und rhythmischer Partikel. Oft duettieren auch die beiden Violinen oder Viola und Cello. Quasi kanonische Eins\u00e4tze wechseln ab mit homophonen Streicherkl\u00e4ngen. Die urspr\u00fcngliche Konzeption f\u00fcr Streichorchester hatte der Komponist f\u00fcr Streichquintett bearbeitet. Alle Musiker spielten mit Hingabe und\u00a0 Begeisterung, und wenn es auch an einigen Stellen dieses irrsinnig schwer zu spielenden St\u00fccks noch nicht ganz perfekt klappte, so war die Energie und Lyrik dieser Tango-Metamorphosen doch mit allen Sinnen zu greifen.<br \/>\nBegeisterter Beifall vor der notwendigen Pause.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Kompositionen des Neuseel\u00e4nders Douglas Lilburn sind bei uns so gut wie unbekannt \u2013\u00a0 trotz der Feiern zu seinem 100. Geburtstag, die allerdings in Deutschland kaum zur Kenntnis genommen wurden. Dabei sind sie bei aller scheinbaren Einfachheit sehr ansprechende und zauberhafte Musik. Davon konnte sich das Publikum vor allem bei den drei Canzonettas \u00fcberzeugen, die Rebekka Hartmann\u00a0 und Shasta Ellenbogen auf Violine und Viola intensiv und bewegt-bewegend vortrugen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach diesem Ausflug zu den Antipoden kehrten alle Musikerinnen und Musiker mit dem ersten Klavierkonzert von Ludwig van Beethoven in der Bearbeitung f\u00fcr Klavier und Streicher von Vinzenz Lachner (er war der j\u00fcngste der drei Lachner-Br\u00fcder) zur\u00fcck nach Europa. Und wie! Nach einer kurzen Einleitung \u00fcbernahm Ottavia Maria Maceratini die F\u00fchrung und alle sechs Ausf\u00fchrenden lie\u00dfen sich vom Beethoven\u2018schen Genius zu feuriger und herzbewegender Musizierkunst anregen. Die drei S\u00e4tze mit ihrem unentwegten Wechselspiel aus Melodie, Harmonie und t\u00e4nzerischster Rhythmik, \u2013 was ist dieser Komponist doch f\u00fcr ein \u00fcberragender Melodiker, immer wieder! \u2013 flogen vor\u00fcber und beschlossen einen Abend der Superlative, den diese Konzertreihe mit einem so ungew\u00f6hnlichen wie l\u00e4ngst zu erwartenden Publikums-Zuspruch mehr als verdient hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>[Ulrich Hermann, April 2016]<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>22. April 2016 20 Uhr im FM Z Tango \u2013 Inka \u2013 Lilburn\u00a0 &#8211; Beethoven Portrait Juan Jos\u00e9 Chuquisengo Ottavia Maria Maceratini Klavier Symphonia Momentum-Quintett Rebekka Hartmann, Violine Anna M\u00f6llers, Violine Shasta Ellenbogen, Viola Nargiza Yusupova, Violoncello Artem Ter-Minassian, Kontrabass Juan Jos\u00e9 Chuquisengo, Dirigent Mariano Mores (1918 \u2013 13.4.2016 arr. J.J. 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