{"id":807,"date":"2016-05-08T11:46:04","date_gmt":"2016-05-08T09:46:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/?p=807"},"modified":"2016-05-08T11:46:04","modified_gmt":"2016-05-08T09:46:04","slug":"gefilde-der-seligen-geister-2","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2016\/05\/08\/gefilde-der-seligen-geister-2\/","title":{"rendered":"Gefilde der seligen Geister"},"content":{"rendered":"<p>Matin\u00e9e am 5. Mai 2016 um 11 Uhr im Prinzregententheater<br \/>\nSymphonieorchester Wilde Gungl M\u00fcnchen<br \/>\nDirigent: Michele Carulli; Moderation: Arnim Rosenbach<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Ulrich0023.jpg\" rel=\"attachment wp-att-804\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-804\" src=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Ulrich0023-300x197.jpg\" alt=\"Ulrich0023\" width=\"300\" height=\"197\" srcset=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Ulrich0023-300x197.jpg 300w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Ulrich0023-768x505.jpg 768w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Ulrich0023.jpg 782w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Am strahlenden Himmelfahrtstag ein strahlendes Konzert im ausverkauften Saal des Prinzregententheaters, das ist ein treffliches Zusammenkommen. Und solch ein Konzert k\u00f6nnen die M\u00fcnchner nur mit \u201eihrer\u201c WILDEN GUNGL erleben! Aufforderung zum Tanz hie\u00df das Motto nach dem ber\u00fchmten St\u00fcck von Carl Maria von Weber \u2013 das nat\u00fcrlich auch zu h\u00f6ren war im bunten Strau\u00df der St\u00fccke, die dieses Himmelfahrts-Konzert ausmachten. Viele davon waren die sogenannten Rei\u00dfer, der Blumenwalzer aus dem \u201eNu\u00dfknacker-Ballett\u201c von Tschaikowsky, der Kaiserwalzer von Strau\u00df, Kontret\u00e4nze des jungen Beethoven, zu Beginn ein Mozart-Menuett aus dem Divertimento KV\u00a0317. Also alles St\u00fccke, die man durchaus kennt und sicher auch schon oft geh\u00f6rt hat. Auf CD, im Radio oder sonst wo. Aber:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">So, wie sie heute die Musikerinnen und Musiker des Symphonieorchesters Wilde Gungl entstehen lie\u00dfen, wie es eben doch nur bei einem Live-Konzert zu erleben ist, das hat wieder einmal die ganze Kraft und Energie der Tonkunst gezeigt. Keine noch so gute Aufnahme, kein noch so guter Mitschnitt kann eben das leibhaftige Entstehen von Musik ersetzen, da hatte Maestro Celibidache einfach Recht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Und wie die Kompositionen heute entstanden! Anmoderiert auf seine unnachahmlich charmante Art vom Konzertmeister Arnim\u00a0Rosenbach ergab sich aus dem Programm mit den vielen Einzelst\u00fccken ein wunderbarer Bogen von Mozart bis zu den zwei Zugaben, die sich das begeisterte Publikum erklatschte. Und gerade bei den scheinbar ach so oft geh\u00f6rten \u201eOhrw\u00fcrmern\u201c kam durch die Klangentfaltung und durch das Wahrnehmen der einzelnen Orchestergruppen oder Solisten das \u201eGungl-Wunder\u201c \u2013 wie es der Pr\u00e4sident Kurt-Detlef\u00a0Bock hinterher beschrieb \u2013 eben jene Magie auf, die Musiker und Zuh\u00f6rer gleich verzauberte und mitnahm in die \u201eGefilde der Seligen Geister.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Nat\u00fcrlich hatte Maestro Michele Carulli daran den Anteil, den er als Dirigent an all den drei Konzerten, die ich bisher das Vergn\u00fcgen hatte, zu h\u00f6ren, als \u201eAnfeuerer\u201c, als t\u00e4nzerischster \u201eBegeisterer\u201c eben einfach hat. Seine intensive und mitrei\u00dfende K\u00f6rpersprache, sein v\u00f6lliges Aufgehen im Augenblick der Gestaltung eines St\u00fcckes, sind umwerfend, eben con\u00a0anima\u00a0e\u00a0corpore, wie ich schon einmal schrieb. Nur waren es heute eben Aufforderungen zum Tanz, die ein leider zum Stillsitzen verurteiltes Publikum eben nur innerlich \u2013 immerhin \u2013 erleben konnte. Der schon beim letzten Konzert im Herkulessaal ausnehmend weiche und dennoch f\u00fcllende Klang der Streicher wurde aufs Sch\u00f6nste und Passendste erg\u00e4nzt und gesteigert durch die Bl\u00e4ser und in einigen St\u00fccken nat\u00fcrlich auch durch die Pauke, die Harfe (!) und verschiedenste \u201eSchlagzeuge\u201c. Den Solistinnen und Solisten galt denn auch nach jedem St\u00fcck Maestro Carullis Dank, den er \u2013 wie zum Schluss auch einigen Damen des Orchesters die Rosen \u2013 vollendet \u201egentlemanlike\u201c zum Ausdruck brachte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Im letzten St\u00fcck des offiziellen Programms \u2013 einem Ausflug nach Brasilien mit der Komposition \u201eTico-Tico\u201c von Zequinha de\u00a0Abreu \u2013 brach ein Beifallssturm los, den das Orchester zusammen mit Maestro Carulli mit zwei Zugaben beantwortete. Im letzten, einem Galopp des Namensgebers des Orchesters Josef\u00a0Gung\u2019l machte er sich mit perfekt geschauspielertem \u201eEntsetzen\u201c \u00fcber seine \u201eRolle\u201c als Dirigent lustig: nach dem Goethe\u2019schen Motto \u201eWer sich nicht selbst zum Besten halten kann, der ist gewi\u00df nicht von den Besten!\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Und das kann man von ihm und \u201eseinem\u201c Orchester\u201c nach diesem wunderbaren, herzbewegenden Konzert sicher nicht sagen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">(Ceterum censeo: Auch die M\u00fcnchner Presse t\u00e4te langsam gut daran, die Konzerte der \u201eWilden Gungl\u201c endlich einmal angemessen zur Kenntnis zu nehmen und zu w\u00fcrdigen!)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>[Ulrich Hermann, Mai 2016]<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Matin\u00e9e am 5. Mai 2016 um 11 Uhr im Prinzregententheater Symphonieorchester Wilde Gungl M\u00fcnchen Dirigent: Michele Carulli; Moderation: Arnim Rosenbach Am strahlenden Himmelfahrtstag ein strahlendes Konzert im ausverkauften Saal des Prinzregententheaters, das ist ein treffliches Zusammenkommen. Und solch ein Konzert k\u00f6nnen die M\u00fcnchner nur mit \u201eihrer\u201c WILDEN GUNGL erleben! 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