{"id":986,"date":"2016-07-08T13:02:36","date_gmt":"2016-07-08T11:02:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/?p=986"},"modified":"2016-07-09T15:12:12","modified_gmt":"2016-07-09T13:12:12","slug":"klezmer-musik-aus-dem-shtetl","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2016\/07\/08\/klezmer-musik-aus-dem-shtetl\/","title":{"rendered":"Klezmer-Musik aus dem Shtetl"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\">Joachim Stutschewsky (1891-1982)<br \/>\nKammermusik<br \/>\nWorks for Cello and Piano, Klezmer Wedding Music, Hassidic Fantasy<br \/>\nMusicians of the Pittsburgh Jewish Music Festival<br \/>\nAron Zelkowicz, cello; Luz Manriquez, piano; Jennifer Orchard, violin; Marissa Byers, clarinet<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Ulrich0032.jpg\" rel=\"attachment wp-att-987\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone wp-image-987\" src=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Ulrich0032-300x260.jpg\" alt=\"\" width=\"406\" height=\"352\" srcset=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Ulrich0032-300x260.jpg 300w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Ulrich0032-768x665.jpg 768w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Ulrich0032.jpg 800w\" sizes=\"(max-width: 406px) 100vw, 406px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Toccata Classics TOCC 0314<br \/>\n5 060113 443144<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Joachim Stutschewsky? Noch nie geh\u00f6rt? Dann geht\u2019s Ihnen so wie mir. Als allerdings die ersten Takte seiner Musik erklangen, das war es um mich und meine Ohren \u2013 nein, nicht nur die \u2013 geschehen! Wer war dieser Unbekannte? Das hervorragende Booklet gibt ersch\u00f6pfend Auskunft \u00fcber den Musiker, der eine kurze Zeit 1924 in Wien Cellist des ber\u00fchmten Kolisch-Quartetts war. Dann aber sich doch lieber seiner eigentlichen Bestimmung neben seinem Cello-Spiel widmete: der Komposition seiner ureigensten Musik, die auf der Herkunft aus einer Klezmer-Familie im Shtetl fu\u00dft. Und die er nach seiner \u00dcbersiedlung 1948 nach Pal\u00e4stina auch im neuen Staat Israel bekannt machen wollte. Aber wenig bis gar kein Interesse wurde seinen Pl\u00e4nen entgegen gebracht, die modernen seriellen und zw\u00f6lft\u00f6nigen Komponisten waren im neuen Kulturbetrieb gefragt, niemand wollte die alten jiddischen Weisen h\u00f6ren. Aufbruch zu neuen Unfern war die alleinige Devise. Und so k\u00e4mpfte, spielte, missionierte Stutschewsky fast 20 Jahre lang, bis er die Renaissance seiner Musik und damit auch der ostj\u00fcdischen Tradition miterleben konnte.<br \/>\nHeute ist die Musik der Klezmorim weltweit bekannt und geliebt, was viele dementsprechenden Musikerinnen und Musiker in ihren Konzerten h\u00f6ren und sp\u00fcren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die vier Musiker des Pittsburgh Jewish Music Festivals spielen Stutschewskys Musik, als w\u00e4re die Tinte auf den Notenbl\u00e4ttern gerade trocken geworden. Mit Leib und Seele, mit Herzblut und Leidenschaft ert\u00f6nen die St\u00fccke, sei es f\u00fcr Klavier und Cello bei den allermeisten St\u00fccken von 1933 bis 1962, oder f\u00fcr Klavier-Trio bei der Klezmer Wedding Music,\u00a0 oder f\u00fcr Klavier, Cello und Klarinette in der Hassidic Fantasy. Nat\u00fcrlich verwendet Joachim Stutschewsky vor allem die Tonsprache seiner \u00fcberlieferten Melodien, allerdings ist insbesondere die Klavierbegleitung deutlich farbiger und chromatischer, rhythmisch sehr pointiert und spannend. Es ist eine wahre Freude, diesen spielfreudigen und musikalisch-musikantischen Musikern zuzuh\u00f6ren, sich von der tiefen Emotionalit\u00e4t der Melodien mitnehmen zu lassen und immer aufs Neue einzutauchen in die Welt der Jahrhunderte alten Klezmer-Tradition, die uns heute in ihrer Unmittelbarkeit ganz besonders ansprechen kann. Auch wenn er die zeitgen\u00f6ssische Musik eines Sch\u00f6nberg, Berg und Webern direkt vor Ort in Wien miterlebt hat, sie sogar mit aus der Taufe hob, war Stutschewsky doch bald bewusst, dass sein Weg ein anderer, ein scheinbar r\u00fcckw\u00e4rts gewandter und doch andererseits so zutiefst menschlich verbundener war und sein w\u00fcrde, was seine Musik \u2013 zumal, wenn sie so \u00fcberzeugend und hinrei\u00dfend dargeboten wird \u2013 zu einer ber\u00fchrenden, \u00fcberzeugenden Musenoffenbarung macht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>[Ulrich Hermann, Juli 2016]<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Joachim Stutschewsky (1891-1982) Kammermusik Works for Cello and Piano, Klezmer Wedding Music, Hassidic Fantasy Musicians of the Pittsburgh Jewish Music Festival Aron Zelkowicz, cello; Luz Manriquez, piano; Jennifer Orchard, violin; Marissa Byers, clarinet Toccata Classics TOCC 0314 5 060113 443144 Joachim Stutschewsky? Noch nie geh\u00f6rt? 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